24. September 2012
Junger Wirtschaftsrat vor Ort: S-Bahn Berlin GmbH
Werksführung Berlin-Friedrichsfelde und Gespräch mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Peter Buchner
Der Junge Wirtschaftsrat Berlin-Brandenburg besichtigte die S-Bahn Berlin GmbH am Standort Friedrichsfelde. Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung, informierte die jungen Unternehmer und Führungskräfte aus erster Hand über die Herausforderungen des Berliner S-Bahn-Verkehrs und die Fortschritte bei der Bewältigung der Krise.
Mitglieder des Jungen Wirtschaftsrates zusammen mit Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung S-Bahn Berlin GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Die S-Bahn Berlin GmbH steht unter besonderer öffentlicher Beobachtung. Im Sommer 2009 stellte das Eisenbahn-Bundesamt an zahlreichen Zügen der S-Bahn verschiedene Sicherheitsmängel fest, die auf Materialfehler und Wartungsmängel zurückzuführen waren. In der Folgezeit kam es zu erheblichen Einschränkungen des S-Bahn-Verkehrs, die teilweise bis heute andauern. Auf dem Höhepunkt der Krise wurde im Juli 2009 die damalige Geschäftsführung abberufen. Peter Buchner übernahm daraufhin als neuer Vorsitzender der Geschäftsführung das Ruder.

 

Zunächst hielt der Gastgeber eine kurze Einführung, vermittelte sodann im Rahmen einer exklusiven Führung durch das Betriebswerk Friedrichsfelde einen unmittelbaren Eindruck von der aktuellen Lage und stellte sich anschließend einer spannenden Diskussion.

 

Buchner versuchte die Gäste für die komplexen technischen Herausforderungen zu sensibilisieren. Die S-Bahn Berlin habe in der Vergangenheit keine Unternehmensorganisation gehabt, die der Komplexität der Aufgaben angemessen gewesen wäre. Es gehe jetzt auch darum, wieder Vertrauen zu gewinnen gegenüber dem Eisenbahn-Bundesamt. Das zentrale Thema sei aber das Vergabeverfahren für den Betrieb der Berliner S-Bahn ab Dezember 2017. Buchner kritisierte die in der derzeitigen Ausschreibung vorgesehene Vertragskonstruktion. Damit seien untragbare Risiken verbunden, die auch andere Wettbewerber von einem Angebot abhalten könnten. Dennoch sei es vor allem ein Verdienst der CDU, dass überhaupt eine Ausschreibung stattfindet und eine Direktvergabe an die BVG vom Tisch ist.