23. Februar 2015
Jahresempfang 2015 - Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt - Rückblick und Aussicht
Mittelständler und Handwerker dürfen mit Sorgen und Nöten nicht allein gelassen werden. Auch kritische Fragen müssen von der Politik beantwortet werden.
Detlef Gürth, Landtagspräsident, Sachsen-Anhalt - Foto: Wirtschaftsrat

Der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Sachsen Anhalt, Dr. Michael Mosekes, begrüßte die rund 80 Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates zum traditionellen Jahresempfang im Raubtierhaus des Bergzoo´s Halle/Saale.
Besondere Begrüßung wurde dem Ehrengast und Redner des Empfangs, Detlef Gürth, Landtagspräsident, Sachsen-Anhalt, und seiner Gattin Paola Gürth zuteil.

Foto: Wirtschaftsrat

Landtagspräsident Gürth hob in seinen Ausführungen in einem Rück- und Ausblick der letzten 26 Jahre hervor, dass es im Land Sachsen-Anhalt vor der Wende im Bezirk Halle die höchste Brutto-Produktion aller DDR-Bezirke – vor allem bei der Chemieindustrie (Halle-Bitterfeld, dem „Mitteldeutschen Chemiedreieck“ – Leuna, Schkopau und Bitterfeld-Wolfen gab, sowohl durch die Förderung von Braunkohle sowie Kupfererzförderung im Mansfelder Land und Sangerhausen. Im Bezirk Magdeburg dagegen waren großflächige Landwirtschaft (Börde und Altmark), die Schwermaschinenkombinate (SKET, VEB Schwermaschinenbau „Karl Liebknecht“ und VEB Schwermaschinenbau „Georgi Dimitroff“ als Wirtschaftsschwerpunkte vorhanden.


Nach 1990 waren diese Betriebe allerdings kaum überlebensfähig, da die technischen Anlagen veraltet, ein hoher Einsatz von Arbeitskräften und die Ausbeutung und Verschmutzung der Umwelt der Preis für den vermeintlichen Fortschritt waren. Der Kreis Bitterfeld gelte bis heute als Synonym für Umgang des DDR-Regimes mit Natur. Nach 1990 folgte die Schließung der Kombinate und deutliche Drosselung des Braunkohletagebaus, wobei ca. 700.000 Arbeitsplätze in diesen Sektoren verloren gingen.


Die Arbeitsproduktivität steige aber seit 2000 jährlich bis zu 2,2 Prozent (im Vergleich zu Gesamtdeutschland: 1,8 Prozent). Auch wäre die Arbeitslosenquote im November 2014 bei 9,8 Prozent –somit die niedrigste Quote seit 23 Jahren – noch vor Bremen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Die Industrie sei im Jahr 2014 um 1,8 Prozent gewachsen (Deutschland: 1,3 Prozent), das Bruttoeinkommen der Arbeitnehmer habe sich seit 1991 fast verdoppelt – von knapp 20.000 Euro im Jahr 2000 auf 25.000 Euro im Jahr 2013 gestiegen.
Als Quintessenz zog Landtagspräsident Gürth daraus, dass wir Stolz auf die Menschen und deren wirtschaftliche Entwicklung in den letzten 25 Jahre sein sollten – harte Zeiten waren damit überwunden um Wettbewerbsfähig zu sein.


Leider seien 2015 wieder Menschen auf der Straße – sei es Pegida, Magida oder andere Sammelbecken, die die unbeantworteten Fragen der Bürger im Hinblick auf die Zukunft für sich nutzten. Darunter seien viele Mittelständler und Handwerker dabei – diese dürften nicht mit Sorgen und Nöten allein gelassen werden. Auch kritische Fragen müssten von der Politik beantwortet werden. Der Pfeiler des Bürgertums sei und bleibe die CDU.


Im Anschluss an diese Vorträge fanden intensive Gespräche statt, die zu später Stunde bei einem kleinen Imbiss ausklangen.