13. September 2012
ICE-Kreuz Erfurt: Einbindung der Thüringer Regionen Mitteldeutschland-Linie
Wirtschaftsrat fordert Mitteldeutschland-Linie von Ost nach West
Der Wirtschaftsrat hatte zu seinem Frühstücksgespräch Volker Heepen,Geschäftsführer der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH (NVS) eingeladen. Die NVS ist zuständig für die Koordinierung und Organisation des Schienen-Regionalverkehrs in Thüringen.

Das ICE-Kreuz Erfurt geht 2017 in Betrieb mit erheblichen Fahrzeitverkürzungen: Von Erfurt nach Berlin werden Reisende nur noch eine Stunde und 40 Minuten brauchen, nach Nürnberg in eine Stunde und 20 Minuten, nach München zweieinhalb Stunden, Frankfurt ist in 2 Stunden und zehn Minuten erreichbar und die sächsische Landshauptstadt Dresden in eineinhalb Stunden. 

In diesen einmaligen Lagevorteil von Erfurt sind die Thüringer Regionen mit einzubinden. Die Planungen hierzu hat die Landesregierung mit der NVS schon erstellt, sagte Heepen: An den ICE-Stunden-Takt werden alle Regionalzüge angepasst, die Umsteigezeiten sind kurz gehalten, so dass die Thüringer Städte an den Fahrzeitverkürzungen im Fernverkehr teilhaben können. Beispielsweise für die Fahrt nach München werden sich für diese Städte in Thüringen bei einer Fahrt nach München folgende Fahrzeitverkürzungen ergeben: Von Erfurt aus werden Reisende in die bayerische Landeshauptstadt eine Stunde und 50 Minuten, von Eisenach aus 50 Minuten, von Weimar aus eine Stunde und 50 Minuten, ab Jena 20 Minuten und von Gera aus eine Stunde kürzer brauchen.
 
Außerdem wird die NVS regionale Expresslinien errichten, etwa von Erfurt nach Kassel, von Weimar nach Halle/Leipzig und ebenso von Jena nach Halle/Leipzig. Durch diese Expresslinien werden Weimar und Jena auch an die ICE-Verbindung in Richtung Berlin angebunden.


Nur die Westverbindung ist und bleibt unbefriedigend, waren sich Volker Heepen und Sektionssprecher Dr. Andreas Stute einig. Die ICE-Trasse führt nach Frankfurt/Main in Richtung Süd-West-Deutschland. Die Ost-West-Achse Mitteldeutschlands zwischen Aachen und Dresden ist im Fernverkehrsplan nicht enthalten. Die ehemalige „Mitteldeutschland-Linie“ von Düsseldorf über das Ruhrgebiet mit seinen zehn Millionen Einwohnern über Kassel, Erfurt, Chemnitz nach Dresden, existiert im Fahrplan fast nicht mehr. Die Zugfahrt etwa von Erfurt nach Dortmund ist mit  einer Dauer von 4,5 Stunden im Vergleich zum Auto  mit drei Stunden völlig unattraktiv.

"Die Sektion Erfurt wird deshalb mit den Wirtschaftsrat-Landesverbänden Sachsen, Thüringen, Hessen und NRW eine „Initiative Pro Mitteldeutschland-Linie“ starten", sagte Dr. Andreas Stute. "Es ist höchste Zeit, dass die Deutsche Bahn in der Mitte Deutschlands eine schnelle und attraktive Zugverbindung zwischen den Metropolregionen im Westen und im Osten schafft. Das Schienennetz dafür besteht bereits."

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