Bildungs- & Arbeitsmarktpolitik

Die deutsche bzw. die europäische Bildungspolitik ist umstritten. Es wird permanent auf angeblich schlechte Ergebnisse Deutschlands in der „Pisa“-Studie hingewiesen, die Verkürzung des Abiturs auf zwölf Schuljahre (G8) propagiert und die Anglisierung des universitären Systems in Form der Einführung des Bachelor- und Mastersystems forciert, ohne damit möglicherweise einhergehende Qualitätsverluste für Schüler und Studierende zu beachten. Demographie im Wandel, welche Herausforderungen stellt der Arbeitsmarkt von morgen, was erwarten Arbeitgeber von deren MitarbeiterInnen, welchen Einfluss hat die Globalisierung und welchen Branchen haben welche spezifischen Herausforderungen, was bedeutet der Fachkräftemangel und wo gibt es ihn wirklich? Die Landesfachkommission „Bildungs & Arbeitsmarktpolitik“ beschäftigt sich mit politischen Perspektiven des Bildungssektors, deren Einfluss auf die Wirtschaft und die Herausforderungen am modernen Arbeitsmarkt.
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Die Landesfachkommission Bildungs- & Arbeitsmarktpolitik sieht ihre Aufgabe darin, als Ratgeber für Politik und Gesellschaft in Hinblick auf eine zukunftsorientierte Bildungspolitik zu agieren. Die Sinnhaftigkeit allumfassender Akkreditierungs-, Quantifizierungs- und Rankingbestrebungen ist kritisch zu hinterfragen. Andererseits sorgt die Bewertung von Bildungseinrichtungen für deren Vergleichbarkeit und kann zur Qualitätsverbesserung beitragen. Bei der Einrichtung Schule sollte es sich nicht vorrangig um einen zentralen Ort zur Erziehung der Schüler und deren Vorbereitung für die Marktwirtschaft handeln, sondern das Vermitteln von Bildung sowie das Fördern selbstständiger Denk- und Arbeitsweisen müssen im Zentrum schulischer Aktivitäten stehen. Das rein numerische Ansammeln von Qualifikationen und die Bedeutung von Praktika sowie sonstiger Zusatzleistungen wird vielfach überschätzt und kann wichtige Voraussetzungen für beruflichen Erfolg wie soziale Kompetenz und Persönlichkeit nicht ersetzen. Die aktive Mitwirkung von Betrieben in den Schulen trägt zu einer zielgerichteten Ausbildung bei, welche dem Arbeitskräftebedarf der Bundesrepublik gerecht wird. Hier muss ohne ideologische Vorbehalte analysiert werden, welche Bildungsinhalte und Ausbildungsabschlüsse für eine zukunftsfähige Gesellschaft von Bedeutung sind, um auch weiterhin im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, ohne für die Ausübung bestimmter Berufe auf die Zuwanderung vermeintlich geringer qualifizierter Arbeitskräfte angewiesen zu sein.

 

In der Arbeitswelt ist der Wettstreit um qualifizierte Arbeitskräfte in vollem Gange. Manche Branchen suchen händeringend um Mitarbeiter, der ländliche Raum scheint teilweise abgehängt. Droht die Unterversorgung oder gar der Kollaps in manchen Regionen? Wie steht es um die Wettbewerbsfähigkeit und was müssen moderne Unternehmen tun, um auch weiterhin attraktiv zu sein? Auf der anderen Seite stehen andere Marktsegmente vor einem massiven Umbau und Stellenabbau, um auch in der Zukunft noch wettbewerbsfähig sein zu können. Wer heute seine Hausaufgaben noch nicht getan oder begonnen hat, wird bald das Nachsehen haben. Ein positiver Effekt, wenn vielleicht auch nur vorübergehend, ist laut einer aktuellen Studien die Wertschätzung der Erfahrung der „Generation 50plus“. Dies war in der Vergangenheit nicht immer so, zeigt aber die Lernfähigkeit und Anpassung an neue wirtschaftliche Situationen. Das Miteinander und gegenseitiges Lernen ist ein Schlüssel für die globalisierte Arbeitswelt.

 

Chancen für das Wirken der Landesfachkommission werden darin gesehen, der Politik und Wirtschaft kommentierend und beratend beizustehen. Die Zusammenarbeit mit Schulen, Hochschulen, anderen Bildungseinrichtungen sowie Unternehmen wird ausdrücklich angestrebt. Gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen können gefördert und unterstützt werden.

 

Aktuelle Positionspapiere der Landesfachkommission Bildung:

"Handlungsbedarf bei Bachelor-/Master-Studiengängen"
(PDF-Download: 194 KB)

"Die geplante 'Oberschule' - Ein Irrweg in die 'Bildungsrepublik Deutschland'“
(PDF-Download: 63 KB)

Wirtschaftsrat Deutschland: Die Stimme der Sozialen Marktwirtschaft
Vorsitz

 

Alexander Wilhelm
Alexander Wilhelm
Partner                     InterSearch Executive Consultants GmbH & Co. KG
Königstein
"Bildung, lebenslanges Lernen und Flexibilität sind der Schlüssel für eine zukunftsorientierte Gesellschaft, um auch weiterhin den Anforderungen einer immer stärkeren vernetzten und globalisierten Arbeitswelt gewachsen zu sein."
Kontakt
Stephanie Wüst
Referentin

Telefon: 069 / 72 73 13
Telefax: 069 / 17 22 47

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