18. April 2018
Herausforderungen einer modernen diakonischen Gesundheitseinrichtung
Gesundheitseinrichtungen begegnen heute vielen Veränderungsprozessen, z.B. in der IT-Infrastruktur, dem Leistungskatalog, der Finanzierung, der Logistik, aber auch bezüglich von (fehlenden) Fachkräften. Diesen Herausforderungen müssen Krankenhäuser medizinisch als auch wirtschaftlich begegnen. Zusammen mit der Sektion Chemnitz hat unsere Landesfachkommission „Gesundheit und Pflege“ zum diesbezüglichen informativen Abend ins Bethanien-Krankenhaus Chemnitz eingeladen.
Matthias Jochmann, Vorsitzender der LFK Gesundheit und Pflege bei seiner Einführung (Foto: Wirtschaftsrat)

Den Zeisigwaldkliniken Bethanien, einem Krankenhaus mit über 300 Betten, gelingt es am Standort in Chemnitz seit nunmehr 25 Jahren, den „Wirtschaftsbetrieb Krankenhaus“ erfolgreich durch die von mehr Fallzahlen bei rückläufigem Krankenhaus- und Fachkräftebestand sowie immer kürzeren Verweildauern geprägte Zeit zu steuern. Erfreulicherweise haben uns die beiden Geschäftsführer, Dirk Herrmann (verantwortet den kaufmännischen Bereich) und Michael Veihelmann (verantwortet den theologischen Bereich) Einblicke in die vielfältige und umfassende Entwicklung des Klinikums gegeben. Ein Betriebs-Rundgang vor einem leckeren hauseigenen Buffet hat die Veranstaltung abgerundet. Das Logo des Krankenhauses (Herz mit Kreuz und Anker) steht übrigens für die christlichen Tungenden, also für den Dreiklang aus Glaube, Liebe und Hoffnung.

Das Bethanien-Klinikum gehört zur edia.con-Gruppe, wobei der Name edia.con gelebte Realität ist. Denn „e“ steht für ekklesia (Kirche - im Krankenhaus ist eine eigene Kapelle vorhanden), „dia“ für diakonia (Dienst am Menschen) und „con“ für gemeinsam. Themen an diesem Abend waren auch der Mangel an Pflegekräften sowie der „hausgemachte“ Mangel an niedergelassenen Hausärzten, welcher u.a. auf die extreme Bürokratie in einer eigenen Praxis zurück zu führen ist und damit die Niederlassungsbereitschaft sinken lässt. Aufgrund einer geänderten Mentalität jüngerer Ärzte, für die auch die Freizeit an Bedeutung gewonnen hat, nehmen diese lieber eine Beschäftigung in einem MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) bei geregelten Arbeitszeiten auf und verzichten dafür sogar auf ein höheres Gehalt. Niedergelassene Ärzte gelten mitunter sogar als „Selbstausbeuter“.

Die Stadt Chemnitz möchte dem Mangel an Hausärzten über die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft begegnen. Zudem steigen die IT-Kosten für eine Klinik seit längerer Zeit an - ein Anstieg, der sich insbesondere durch die ab 25.05.2018 geltende EU-DSGVO sowie durch den Ausbau der Telemedizin noch weiter fortsetzen wird. Das Krankenhaus unterstützt viele soziale Projekte sowie die Mitarbeiter über ein gut genutztes betriebliches Gesundheitsmanagement. Wir bedanken uns für den informativen und kommunikativen Abend bei den beiden Geschäftsführern.

Die Teilnehmer beim Klinik-Rundgang (Foto: Wirtschaftsrat)