05. Oktober 2010
Bundessymposion "Gesundheit"
Gesundheitswirtschaft statt Staatsmedizin - Politik für ein starkes Gesundheitswesen
Impressionen
1 / 3

Die derzeitige Legislaturperiode bietet die letzte Chance, die Weichen für mehr Wettbewerb und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen zu stellen, bevor die Demographiefalle mit voller Wucht zuschnappt. In den kommenden Monaten wird eine Gesundheitsreform parlamentarisch verabschiedet, die die Finanzierungsseite verbreitern und zugleich die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge erhöhen wird.

Die emotional geführte Debatte um die Zukunft des Gesundheitsfonds darf nicht den Blick für das von allen Seiten getragene zentrale Reformziel verstellen: eine demographiefestere und beschäftigungsfreundlichere Finanzierung. Die Abkopplung der Beiträge vom Arbeitsverhältnis zur Verringerung der Lohnkosten, die stufenweise Einführung einzelner Elemente der Kapitaldeckung für die Bewältigung der Bevölkerungsalterung sowie eine faire, gesamtgesellschaftliche Finanzierung des Sozialausgleichs bleiben hierfür vorrangig.

Auf der Leistungsseite gilt es, die vorhandenen Wirtschaftlichkeitsreserven durch mehr Wettbewerb und Eigenverantwortung konsequent zu erschließen. Gleichzeitig muss der Innovationsmotor Gesundheitswirtschaft dafür genutzt werden, für alle Bürger eine hohe medizinische Behandlungsqualität sicherzustellen und zudem Einsparungen zu realisieren.

Der Wirtschaftsrat hat unter Federführung von Prof. Dr. Eberhard Wille, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, und Prof. Dr. Volker Ulrich, design. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie, ein Reformkonzept zur Weiterentwicklung des deutschen Krankenversicherungsmarkts erstellt.

Gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler sowie weiteren Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hat der Wirtschaftsrat die Reformvorhaben der bürgerlichen Koalition konstruktiv begleitet und Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung ausgelotet.