14. April 2015
Fördermittel als Erfolgsfaktor für Innovation und Investition
Rahmenbedingungen 2015/ 2016
Der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt, RA Dr. Michael Moeskes und das Mitglied des Wirtschaftsrates und Mitarbeiter der PriceWaterhouseCoopers AG (PwC) NL Magdeburg, Peter Schoolmann, begrüßten die Unternehmer der Region zur Veranstaltung „Fördermittel als Erfolgsfaktor für Innovation und Investition – Rahmenbedingungen 2015/ 2016“ im Hotel Ratswaage in Magdeburg.
RA Dr. Michael Moeskes, Landesvorsitzender, Wirtschaftsrat Sachsen-Anhalt - Foto: Wirtschaftsrat

Die Vortragsreihe wurde eröffnet mit einer Studie von PwC zur Bedeutung von Forschung und Entwicklung im Mittelstand, zu der eine Vielzahl von Unternehmern befragt wurde. Demnach investieren die Betriebe durchschnittlich 15 Prozent ihres Gesamtumsatzes in Forschung und Entwicklung bzw. innovative Vorhaben. 60 Prozent erwarten, dass dieser Anteil in den nächsten zwei Jahren weiter steigen wird. Die Ziele, die sie damit verfolgen, sind die Gewinnung neuer Kundengruppen (60 Prozent), die Erschließung neuer Märkte (56 Prozent) und die Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit (48 Prozent).

Peter Schoolmann, Mitglied im Wirtschaftsrat Sachsen-Anhalt und Mitarbeiter PriceWaterhouseCoopers AG, Niederlassung Magdeburg

Zwar würden die große Mehrheit grundsätzlich die Fördermöglichkeiten des jeweiligen Bundeslandes (86 Prozent) und des Bundes (82 Prozent) kennen, sowie die entsprechenden EU-Töpfe (76 Prozent) - zur Antragstellung wollte aber dennoch sehr viele (94 Prozent) auf externe Unterstützung wie unter anderem Fördermittelberater zurückgreifen.

Anschließend folgte der Vortrag „Aktuelle Fördermöglichkeiten für gewerbliche Investitionsvorhaben“ von Christoph Ellsel. Für die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) würde eine Förderung wahlweise in folgenden Formen gewährt:

  • sachkapitalbezogenen Zuschüssen
  • lohnkostenbezogenen Zuschüssen
  • zinsverbilligte Darlehen.

Es erfolgte aber eine Absenkung der Fördersätze für Investitionsvorhaben größer als 50 Millionen Euro bzw. größer als 100 Millionen Euro, wobei hier gegebenfalls eine Genehmigung durch die Europäische Kommission erforderlich sei.


Förderfähige Vorhabensarten im Rahmen der GRW ab 1.7.2014 seien für KMU:

 

  • Errichtung einer neuen Betriebsstätte
  • Erweiterung(Ausweitung Kapazität) einer bestehenden Betriebsstätte
  • Diversifizierung der Produktion einer bestehenden Betriebsstätte durch grundlegende Änderung des gesamten Produktionsprozesses oder vorher dort nicht hergestellte Produkte
  • Erwerb einer geschlossenen oder von einer Schließung bedrohten Betriebsstätte
  • Errichtung einer neuen Betriebsstätte (funktionale Eigenständigkeit)
  • Erweiterung einer bestehenden Betriebsstätte
  • Diversifizierung einer bestehenden Betriebsstätte durch Investitionen in neue wirtschaftliche Tätigkeiten
  • Erwerb geschlossener oder von Schließung bedrohter Betriebsstätten.


Bei Großunternehmen(GU) lägen die Voraussetzungen bei

 

  • Errichtung einer neuen Betriebsstätte (funktionale Eigenständigkeit)
  • Erweiterung einer bestehenden Betriebsstätte
  • Diversifizierung einer bestehenden Betriebsstätte durch Investitionen in neue wirtschaftliche Tätigkeiten
  • Erwerbgeschlossener oder von Schließung bedrohter Betriebsstätten.


In seinem Vortrag „Förderung von Innovationen auf Landes-, Bundes-und EU-Ebene“ erläuterte

Dr. Lars Richter die Mehrstufigkeit der Fördermöglichkeiten.Auf EU-Ebene erfolgt eine

 

  • Förderung von europäischen F&E Verbundprojekten s
  • Top-Down-Förderung
  • für Schlüssel-und Bedarfstechnologien
  • gezielte KMU –Förderung etwa durch HORIZON 2020 oder Eureka


Auf Bundesebene erfolgt die Förderung von einzelbetrieblichen Projekten und
Verbundvorhaben in Deutschland, so z.B. die Top-Down-Förderung für Schlüsseltechnologien, für Bedarfstechnologien und eine gezielte KMU -Förderung

Auf Länderebene erfolgt letztendlich Förderung von einzelbetrieblichen Projekten und Verbundvorhaben in den einzelnen Bundesländern, wie z.B. die Bottom-up-Förderung mit dem Ziel der Förderung des einzelbetrieblichen Bedarfs.

Im Vortrag „Fördermittelrisiken vorbeugen –Wie vermeiden Sie, dass Fördermittel zum Risikofaktor werden“ stellte Raik Uhlmann die Ziele von PwC und den daraus resultierenden Nutzen für etwaige Mandanten dar:


Ziel von PWC sei es

 

  • Erhöhung des Anteils von Fördermitteln bei der Projektfinanzierung.
  • Steigerung der Anzahl erfolgreicher Förderanträge, Optimierung der Fördermöglichkeiten, Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeit von Förderanträgen
  • Verbesserung der Planungs-und Entscheidungssicherheit für den Antragsteller
  • Erfüllung der formalen Anforderungen durch effizientes internes Fördermittelmanagement
  • Vermeidung oder Verminderung subventionsrechtlicher Risiken


Der Nutzen für den Mandanten sei:

  • Schaffung zusätzlicher Spielräume bei der Finanzierung wichtiger Vorhaben.
  • Erschließung zusätzlicher Finanzierungsquellen durch EU-, Bundes-und Landesmittel
  • Win-Win-Situation durch Verknüpfung der Förderziele mit eigenen unternehmerischen Zielen
  • Wettbewerbsvorteiledurch Networking bei Verbundvorhaben
  • EffizienterEinsatzpersonellerRessourcenbeiFördermittel-beantragungund -management
  • Keine zusätzlichen unternehmerischen Risiken durch Fördermittel