11. Mai 2020
"Exit-Strategie für Unternehmer in Sachsen: Welche Unterstützung gibt es?"
Mit großer Sorge blicken unsere Mitglieder (großteilig mittelständische Unternehmen) in ihre Zukunft nach einem hoffentlich baldigen Ende der Corona-Pandemie.
(Foto: Wirtschaftsrat)

Sie treibt die Frage um, wie es mit deren Unternehmen weiter gehen soll, auch wenn uns allen klar ist, dass über das komplette Ende des „Shutdowns“ jetzt auch noch kein Experte Genaueres sagen kann. Eines ist jedoch jetzt bereits sicher: Wir stehen vor einer enormen volkswirtschaftlichen Herausforderung. Die Insolvenzen steigen, die Arbeitslosigkeit nimmt zu, die Wirtschaftsleistung geht zurück und die Steuereinnahmen brechen ein. Und zudem: Es droht eine Inflation in beachtlicher Höhe. Mit Soforthilfen und Darlehen zu Sonderkonditionen konnte der Zusammenbruch der sächsischen Wirtschaft weitgehend verhindert werden, was auf unsere Anerkennung trifft.

Vor diesem schwierigen Hintergrund hat es uns umso mehr gefreut, dass wir mit Barbara Meyer, Ministerialdirigentin und Abteilungsleiterin für Wirtschaft, Innovation und Mittelstand im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, diskutieren und über konjunkturbelebende Wege aus der Krisenlage nachdenken konnten. Im „Land der Ingenieure“ sind wir der Überzeugung, dass es nunmehr besonders auf die Beförderung von Innovationen, grenzüberschreitende, technologie- und verkehrsorientierte Projekte, auf günstige Strompreise und die Nutzung der Digitalisierung zum Abbau bürokratischer Hürden sowie auf weitere Steuererleichterungen für die mittelständischen Unternehmen in Sachsen ankommt.

Für die „Post-Corona-Zeit“ plant der Freistaat ein Impulsprogramm „Sachsen startet durch“, in welchem Anreize für Investitionen und für die Start-Up-Szene geschaffen werden sollen. Geplant ist ein Stabilisierungsfonds, der die Innovationsfähigkeit der sächsischen Unternehmen stärkt und auf erfolgreichen sächsischen Förderprogrammen aufbaut. Zudem sind neue Förderprogramme für Digitalisierungsprozesse geplant und welche, die zur Herausbildung von Fachkräften beitragen. Kontaktstellen zum Wiederaufbau verlorener Lieferketten sollen geschaffen und die Zusammenarbeit zwischen SMWA, WFS, IHK, HWK und den Wirtschaftsverbänden enger verzahnt werden.

Wenig Hoffnung gibt es leider für ein eigenes Corona-Zuschussprogramm des Freistaates für Unternehmen ab 10 Mitarbeitern, da Sachsen hier andere Wege beschritten hat. Wir danken Ministerialdirigentin Barbara Meyer für Ihre Zeit, den interessanten Vortrag und für die offen geführte Diskussion zu unserem Web-Meeting.