25. Oktober 2016
Europa neuer alter Produktionsstandort?!
Vorabend und Pre-Opening zur baden-württembergischen Messe GlobalConnect 2016
Gemeinschaftsveranstaltung des Landesverbands Baden-Württemberg des Wirtschaftsrats Deutschland mit dem Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub e.V., dem Club d'Affaires franco-allemand du Bade-Wurtemberg e.V., und Advantage Austria, dem Österreichischen AußenwirtschaftsCenter Stuttgart sowie mit freundlicher Unterstützung der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, IHK Region Stuttgart, Messe Stuttgart & GlobalConnect - Forum für internationale Kontakte und Investitionen
Lorbeeren aus dem Wirtschaftsministerium: MD Reichl lobt das Pre-Opening zur GlobalConnect von Wirtschaftsrat und Partnern aus Frankreich, Schweiz und Österreich (Foto: Wirtschaftsrat)

Die GlobalConnect bietet als Forum für Export und Internationalisierung Unternehmen Antworten auf alle Fragen rund um Außenwirtschaft. Die Bandbreite der Informationen reicht von der Planung der ersten Schritte in internationale Märkte bis hin zur Optimierung bestehender grenzüberschreitender Wirtschaftsaktivitäten. Hier finden sowohl der Global Player, als auch kleinere Unternehmen, die erstmals im Ausland aktiv werden möchten, Antworten zum Auslandsgeschäft.

 

Produktionsstandorte wie USA und China sind starke Konkurrenten – zu stark für Europa?!

 

Immer mehr Unternehmen wanderten in den letzten Jahren in die USA oder nach Asien, insbesondere China ab, mit dem Fokus auf bessere Produktionsfaktoren. Mittelständische Unternehmen in Europa verlieren immer mehr an Bedeutung gegenüber den anerkannten ‚,Global Playern‘‘. Die Erfahrungen im Ausland zeigen auch, dass die Produktqualität gegenüber europäischen Standards abfällt und die Produktionsbedingungen und –standards vor Ort nicht den Erwartungen der hiesigen Unternehmen entsprechen. Aktuellen Beobachtungen zufolge nutzt Europa diese Chance, um als weltweit etablierter Produktionsstandort wieder attraktiver zu werden. Viele Unternehmen kehren mittlerweile nach Europa zurück. In Deutschland sogar mit der Erkenntnis, dass das internationale Ausland mit der Qualität des ,,Made in Germany‘‘ oder „Made in Europe“ nicht mithalten kann.

 

Der Schweizerisch-Deutsche Wirtschaftsclub e.V., der Club d'Affaires franco-allemand du Bade-Wurtemberg e.V., und Advantage Austria, das Österreichische AußenwirtschaftsCenter Stuttgart sowie der Landesverband Baden-Württemberg des Wirtschaftsrats Deutschland luden daher Unternehmerinnen und Unternehmer ein, im Rahmen des Vorabends der diesjährigen GlobalConnect Messe, die Frage nach „Europa als neuem altem Produktionsstandort“ genauer zu beleuchten.

 

Zwei internationale Wirtschaftsclubs, das österreichische AußenwirtschaftsCenter Stuttgart und der Wirtschaftsrat Deutschland haben sich zusammengeschlossen, um den Erfahrungsaustausch weiter voranzutreiben sowie zu bündeln. Die Mitglieder und Geschäftspartner der Veranstalter tauschten ihre Erfahrungen in den Räumlichkeiten der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Stuttgart aus. Was zeigen uns die Erfahrungen – welche Entwicklungen sind zu beobachten – in welche Richtung bewegt sich Europa?

Podium mit Sven Schulz, Sven Carstensen, Dr. Roman Frik LL.M., Prof. Dr. Markus Renner, Dr. Harald Traxler (vlnr. - Foto: Wirtschaftsrat)

Nach dem Empfang und der Begrüßung durch Gastgeber Dr. Hartwig Welbers, Partner bei PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Stuttgart gab es Lorbeeren aus dem Wirtschaftsministerium: Hartmut Reichl, Ministerialdirigent und Leiter der Abteilung Mittelstand und Märkte im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau lobte ausdrücklich das Pre-Opening zur GlobalConnect von Wirtschaftsrat und Partnern aus Frankreich, Schweiz und Österreich.

 

Sven Carstensen, Geschäftsführer der Thales Alenia Space Deutschland GmbH in Ditzingen hielt die Keynote zur VISION EUROPAS und motivierte die rund 100 anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer, an die Zukunft Europas zu glauben.

 

„Ich will das Bewusstsein dafür schärfen, dass Europa zwar nicht mehr der Mittelpunkt der Welt ist, aber trotzdem immer noch viele ihren Blick nach Europa richten“, sagte Sven Carstensen, Geschäftsführer der Thales Alenia Space Deutschland GmbH und Keynote-Redner des Abends „In Europa herrschen Sicherheit, Frieden und eine relative Gleichverteilung von Wohlstand.“ Aufgrund dieser Lebensqualität sei Europa für viele hochqualifizierte Arbeitskräfte weltweit „eine Wunschumgebung“.

 

Hierin liege die Chance für Europa, meint Carstensen, denn letztlich könnten nur in einem sicheren Umfeld, in dem es sich zu arbeiten lohne, Top-Leistungen erbracht werden. Europa verfüge über die „Eckpfeiler einer gesunden und nachhaltigen Wirtschaft, die sich in Richtung Hochtechnologie weiterentwickelt: Aus- und Weiterbildung, Sicherheit, Kreativität, eine qualifizierte und motivierte

Gesellschaft. Wir haben hier alle Zutaten für den Erfolg und sollten daher auch mehr Optimismus, mehr Mut wagen.“

 

Sven Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Schulz Group GmbH in Ravensburg diskutierte im Anschluss mit Sven Carstensen sowie mit Prof. Dr. Markus Renner, Co-Owner und Managing Partner der Branding-Institute AG aus Basel und mit Dr. Harald Traxler, Vorsitzender der Geschäftsführung der voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH unter Moderation von Dr. Roman Frik LL.M., RA/FA für Arbeitsrecht, Vogel & Partner Rechtsanwälte mbB, Stuttgart. unter der Blickperspektive „ERFAHRUNGs-Berichte PRODUKTION EUROPA“. Brancheninsider berichteten damit über ihre eigenen Erfahrungen mit kontroversen Statements, Thesen und Geschäftsmodellen.

Volles Haus bei der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Stuttgart (Foto: Wirtschaftsrat)

Es folgten moderierte Thementische zur INTERAKTIVEN ERFAHRUNG EUROPAS als Erfahrungsaustausch und Best Practice zu Europas Stärke – KMU, Familienunternehmer, Wirtschaft und Industrie, Practice Experts und Firmenvertretern tauschten sich um unmittelbaren Dialog aus.

 

Rolf Bühler, Head of Europe, Greater Zurich Area AG, Zürich, moderiert von Yassine Douar, Rechtsanwälte Rüdisühli Brenner Renz –Business Development, Stuttgart sprach zur Firmenansiedlung GZA in der Schweiz.

 

Dr. José Carlos Dos Reis Arsénio, Generalkonsul des portugiesischen Generalkonsulats in Stuttgart war im Gespräch mit Hans-Joachim Böhmer, Geschäftsführer der Deutsch-Portugiesischen Industrie- und Handelskammer (Câmara de Comércio e Indústria Luso-Alema), Lissabon zum produzierenden Gewerbe in Portugal.

 

Andreas Schimanski, Geschäftsführer der Aigys AG in Basel war im Gespräch mit Ulrich Hempen, Head of Market Management Industry & Process der Wago Kontakttechnik GmbH & Co.KG aus Minden über den „Digitalen Wandel und Erneuerbare Energien als Standortfaktor in Europa?“.

 

Jean-Francois Bodin, CEO der emagine group, emagine Group SAS aus Nanterre la Défense in Frankreich wurde moderiert von Jürgen Wöhler, Rechtsanwalt, FCIArb, aus Stuttgart und sprach zu „Recr uiting and Winning of high potentials / Rekrutierung und Gewinnung von Fachkräften“.

Christophe Lucereau, Geschäftsführer der Igienair GmbH in Ettlingen wurde von Céline Eheim, Präsidentin des Club d´affaires franco-allemand du Bade-Wurtemberg e.V. moderiert, und veranschaulichte die Einführung von ausländischen Firmen in Deutschland.

 

Bernd Trittenbach, Geschäftsführer der Vinci Facilities GmbH aus Fellbach sprach mit Sten Günsel, Rechtsanwalt/ Steuerberater der Ebner Stolz Partnerschaft mbB in Stuttgart über Gebäudedienstleitungen und Facility Management im europäischen Kontext, während Dr. Marc Natusch, Gerhard Geiger GmbH & Co. KG, Bietigheim-Bissingen mit Wolfram Schöck, Präsident des Club d'Affaires franco-allemand du Bade-Wurtemberg e.V. über „Smart Home als neue Chance für Internationalisierung“ diskutierten.

 

Gerhard Feichtinger, Standortexperte und Vertragspartner ABA – Österreichs Ansiedlungsberater, Dietmar Aigenberger, Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH, und Jakob Cencic von der StandortAgentur Salzburg GmbH berieten zur Ansiedlung in Österreich, während Johannes Milla, Geschäftsführer von Milla & Partner Stuttgart zur „Brand Experience durch die Fusion von digitalem und analogem Erleben“ vortrug. Um den „Einfluss von Marke und Reputation auf den Geschäftserfolg“ ging es bei Prof. Dr. Markus Renner, Co-Owner und Managing Partner, Branding-Institute AG, Basel.

 

Dr. Harald Traxler, Vorsitzender der Geschäftsführung der voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH wurde begleitet von Katharina Gregorich, Vizekonsulin für Handelsangelegenheiten im Österreichischen AußenwirtschaftsCenter Stuttgart und sprach zur Gründung von Auslandsgesellschaften in den Ländern China, Frankreich, Mexiko, Rumänien, Südafrika, USA, während Michael Lindner, Geschäftsführender Gesellschafter der Börlind Gesellschaft für kosmetische Erzeugnisse mbH aus Calw über „Nachfolge-Regelung eines Mittelständlers mit Familienstrategie“ sprach und hierbei von Dr. Steffen Huber, Partner der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet wurde.

 

„Mehr Optimismus wagen“ sind alle Zutaten für den Erfolg Europas als neuer alter Produktionsstandort“ waren sich die Teilenehmerinnen und Teilnehmer letztlich unisono einig. Packen wir es an!