26. April 2016
Energiewende: Chancen nutzen, Wettbewerbsnachteile vermeiden
Podiumsdiskussion an der TU Darmstadt
Den Einladungen der Landesfachkommissionen Familienunternehmen & Mittelstand und Umwelt & Energie sowie des Jungen Wirtschaftsrates zur Podiumsdiskussion mit dem Thema „Energie als Rückgrat unserer Ökonomie und unseres Wohlstands“ folgten verschiedene Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Unter der Moderation von Dr. Alexander Bode, Bundesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsrates, diskutierten die Teilnehmer über Energieeffizienz in Unternehmen und die Herausforderungen der Energiewende.
v.l.n.r.: Dr. Alexander Bode, Björn Vortisch, Mathias Samson, Reiner Block, Rupprecht Rittweger (Foto: Wirtschaftsrat)

„Neben der Digitalisierung ist auch die Energiewende ein disruptiver Prozess“, stellte Prof. Dr. Peter Birkner, Vorsitzender der Landesfachkommission Umwelt & Energie sowie Geschäftsführer des House of Energy e.V., gleich zu Beginn der Veranstaltung fest. Bei der Energiewende stelle sich nicht die Frage des „Ob?“, sondern lediglich des „Wie?“. Deutschlands Vorreiterrolle in der Energiewende dürfe aber keinesfalls zum ökonomischen Nachteil werden. Mathias Samson, Staatssekretär im Hessischen Wirtschaftsministerium, entgegnete: „Tschernobyl und Fukushima waren disruptive Ereignisse, die Energiewende ist es nicht.“ Die Frage der Energiewende sei im Hinblick auf die Erblasten zukünftiger Generationen vor allem eine ethisch-moralische. Der Transformationsprozess auf dem Energiesektor muss dennoch sicher, bezahlbar und umweltverträglich sein.

 

Aus der Perspektive der Wirtschaft verwies Björn Vortisch, Geschäftsführer der enexion GmbH, auf die immense Wichtigkeit überschaubarer Energiekosten, die in der Finanzplanung von Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnen. „Die Transformation im Energiesektor muss daher hauptsächlich über den Markt kommen“, so Vortisch. Rupprecht Rittweger, Geschäftsführer des internationalen Rechenzentrumbetreibers e-shelter, ergänzte: „Im Vergleich sind die ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen für den Produktionsstandort hierzulande sehr gut. In der Gesamtschau wirkt sich einzig der Strompreis als negativer Faktor auf den Wirtschaftsstandort Deutschland aus.“ 

 

Reiner Block, Sprecher der Geschäftsführung des TÜV Hessen, empfahl den Unternehmen auf die Veranschaulichung ihrer Energiekosten zu setzen: „Unternehmen müssen zuerst wissen, an welchen Stellen entlang der Wertschöpfungskette wieviel Energie verbraucht wird. Erst im zweiten Schritt können Maßnahmen zur Energieeffizienz zielführend umgesetzt werden.“ 

 

Neben der wirtschaftspolitischen Debatte rund um Energiewende und Energieeffizienz, bestand für die Teilnehmer noch die Möglichkeit die Thematik bei einer Besichtigung der gastgebenden ETA-Fabrik naturwissenschaftlich zu ergründen. Im ETA-Gebäude der TU Darmstadt wird die effiziente Nutzung von nachhaltigen Energiesystemen unmittelbar an Maschinen erprobt. Zahlreiche Unternehmen kooperieren auf diesem Gebiet mit der TU Darmstadt, was auf reges Interesse seitens der Mitglieder und Gäste stieß. 

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
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