03. Juli 2012
Energiepolitischer Dialog mit Vertretern der EnBW Kernkraft GmbH
Besichtigung der Demontage der Zellenkühltürme
Auf Einladung der EnBW Kernkraft GmbH hatten die Mitglieder des Wirtschaftsrates Sektion Heilbronn Gelegenheit, die Baustelle zur Demontage der beiden Zellenkühltürme zu besichtigen und am anschließenden energiepolitischen Dialog teilzunehmen.
(Foto: Wirtschaftsrat)

Den sonstigen Kraftwerksbetrieb nicht  zu beeinträchtigen und die Materialen in den Werkstoffkreislauf zurückzuführen, bezeichnete Christoph Heil, Geschäftsführer der EnBW Kernkraft GmbH, als Auftrag der Demontage. Die Kosten für diesen Abriss, der bis Mitte September diesen Jahres beendet sein soll, liegen im niedrigen einstelligen Millionenbereich.

„Der Enthusiasmus nach Fukushima war groß, jetzt herrscht jedoch Ernüchterung vor“, erklärte Manfred Volker Haberzettel, Leiter Technik und Politik EnBW Energie Baden-Württemberg AG,

zu Beginn des energiepolitischen Dialogs. Die Energiewende als gesellschaftspolitischer Auftrag sei ins Stocken geraten.

 

Als Ziele der Energiewende führte er den Verzicht auf fossile Brennstoffe, den Ausstieg aus der Kernkraft bis 2022 sowie eine dezentrale Energieerzeugung an, wobei der Ausstieg aus der Kernkraft bereits beschlossen ist. „Der Kraftwerkspark der Zukunft muss noch flexibler sein als bisher, um die Schwankungen bei den erneuerbaren Energien auszugleichen.“ Als Ziel der EnBW nannte er, in Zukunft mindestens 3.000 Megawatt zusätzlich aus erneuerbaren Energien zu erzeugen.

(Foto: Wirtschaftsrat)

In der Diskussion mit den Unternehmern des Wirtschaftsrates stellte sich die Frage, ob es durch die Nutzung von vermehrt regenerativen Energien zu einem massiven Anstieg der Strompreise käme. Haberzettel erläuterte, dass flächendeckende Infrastruktur und neue Netze benötigt würden, was Kosten verursachen würde. Auf Dauer wirkten die erneuerbaren Energien jedoch strompreisbremsend, da regenerative Ressourcen wie Wind und Sonne kostenlos zur Verfügung stehen. Zur Frage, ob der Ausstieg  aus der Atomenergie überhastet sei, sagte Haberzettel: „Es war nicht die Zeit der Ratio in den beiden Wochen nach Fukushima. Der Weg der Energiewende war aber vorher bereits zementiert, es ging nur darum, vorhandene Anlagen länger zu nutzen.“