24. September 2012
Energieoptimierung im Gewerbebau unter Berücksichtigung der Energieeinsparverordnung
Energieeffizienz hat nicht nur etwas mit der Isolierung von Industriebauten zu tun. Vielmehr müssen energieintensive Industrien heutzutage viel mehr Augenmerk auf Energieoptimierung im Produktionsprozess lenken.

Mehr als 35 Mitglieder und Gäste der Sektion Magdeburg trafen sich im Glaswerk der Firma
f | glass in Osterweddingen, um sich über das Thema „Energieoptimierung im Gewerbebau unter Berücksichtigung der Energieeinsparverordnung (EnEV) auszutauschen“.

 

Sektionssprecher Michael A. Hoffmann sagte zur Begrüßung: „Bei steigenden Energiekosten ist der Weg der Energieoptimierung der einzige Weg, um energieintensive Industrien wie die Glasindustrie noch am Standort Deutschland zu halten, da sonst jegliche Wettbewerbsvorteile wegfallen.“


„Mit dem Bau dieses Glaswerkes setzen wir als f | glass einen Benchmark in der Branche. Wir erreichen zwanzig Prozent Energieeinsparung im Gebäude und in der Produktion. Dies ist das modernste Werk zu Glasherstellung weltweit“, erläuterte Wolfgang Räbiger, technischer Geschäftsführer der f | glass, der das Werk gebaut hat.


Dirk Fellendorf, Architekt  und Teamleitung, Architektur und nachhaltiges Bauen, Firma Goldbeck Ost GmbH, ging in seinem Vortrag auf die hohen Ansprüche im Gewerbebau hinsichtlich der Energieeinspeiseverordnung ein: „Bisher hat in der Gesamtbetrachtung des Gewerbebaus die Energieeinsparung nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Heute ist es jedoch so, dass nicht nur die Gebäude und die Technik unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden, sondern auch die alle internen Prozesse über die gesamte Nutzungszeit.“ Immerhin verbrauche die Industrie im Gesamtvergleich der Energieverbräuche sechsundzwanzig Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland. Ein durchschnittlicher produzierender Gewerbebetrieb erreiche mehr als eine Million kWh/a, was in etwa dem Verbrauch von mehr als hundert Einzelhaushalten entspreche, legte Fellendorf dar. Heutzutage sei es möglich, nicht genutzte Energie, vor allem Wärmeenergie zu speichern und weiter zu nutzen.