04. April 2017
Mittagsveranstaltung der Sektion Lübeck im Hause der Stadtwerke Lübeck Holding GmbH
Energie und Mobilität für die Hansestadt Lübeck
Die Sektion besucht die Stadtwerke Lübeck, um sich über die Perspektiven der Energieversorgung und der Nahverkehre zu informieren. Jürgen Schäffner, Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck Holding GmbH, und damit verantwortlich für 1.250 Mitarbeiter und die Versorgung von 130.000 Haushalten, erläutert die Pläne.
Sektionssprecher Heinrich Beckmann (stehend) und Gastgeber Jürgen Schäffner (rechts) / Foto: Wirtschaftsrat

Die Stadtwerkebetriebe würden massiv investieren, d.h. von der Bilanzsumme von 180 Millionen Euro seien allein im Jahr 2015 knapp 34 Millionen Euro in die Energieversorgung und über 5 Millionen Euro in den öffentlichen Nahverkehr investiert worden. Bei der Energieerzeugung solle der rechnerische Eigenanteil durch Finanzbeteiligungen an Blockheizkraftwerken und regenerativen Anlagen mindestens 50 Prozent der Vertriebsmenge erreichen.

Wechselnde gesetzliche Rahmenbedingungen könnten die Ergebniserwartung allerdings gefährden. Dennoch reiche die erreichte jährliche Einsparung von 30.000 Tonnen CO2, um die Klimaschutzziele für die Stadt sicherzustellen. Smart Meter biete zwar neue Chancen, aber auch Risiken im Wettbewerb. Und der Regimewechsel bei den Netzentgelten bringe bundesweit erhebliche regionale Kostenverschiebungen mit sich.

 

Beim Verkehr laufe ein Pilotprojekt „E-Ticketing“. Bis zum Jahr 2030 sollen alle 200 Busse durch elektrische Antriebe ersetzt werden. E-Busse kosteten das Doppelte bei der Anschaffung und setzen eine Ladeinfrastruktur für 40 MW voraus. Die Investitionsbereitschaft bleibe also hoch.

In der anschließenden Diskussion wird nach Speicherung gefragt. Power to heat wird kommen, so Schäffner. Sektionssprecher Heinrich Beckmann wirbt um vermehrte Ausschreibungen von Busstrecken. Auf die Frage, wann man über neue Stromtarife endlich Knappheitssignale zwischen Angebot und Nachfrage vermitteln würde, blieb Schäffner zurückhaltend. Technisch möglich wäre eine 15-Minuten-Taktung beim Tarif, ein Wechsel der Tarifstruktur sei derzeit aber nicht in der Planung.

Ohne eine solche fehlen Anreize, den Energieverbrauch an den Erzeugungskosten auszurichten. Ohne Knappheitssignale an den Verbraucher kann sich die Energiewende technisch nicht zielführend entwickeln./bz