24. Juli 2015
Einwanderungs- und Aufenthaltsrecht auf den Prüfstand stellen
Wolfgang Steiger: Hohe, notwendige Hürden gegen Zuwanderung in die Sozialsysteme und größere Offenheit gegenüber wirtschaftlich notwendiger Zuwanderung qualifizierter Menschen schließen sich nicht aus

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. begrüßt, dass sich die CDU offensichtlich beim Thema Einwanderungsgesetz bewegen will. „Mit unserem im Frühjahr vorgelegten Forderungskatalog haben wir uns gegen teils heftige Widerstände dafür stark gemacht, im globalen Wettbewerb um die besten Köpfe ein Zeichen zu setzen: Das bürokratische und historisch gewachsene deutsche Aufenthaltsrecht muss durch ein zeitgemäßes und unbürokratisches Einwanderungsrecht ersetzt werden“, fordert der Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU e.V., Wolfgang Steiger.

Die derzeitig günstige Lage aufgrund der Zuwanderung vieler qualifizierter, junger Menschen aus Südeuropa darf nicht über die großen mittel- und langfristigen Defizite auf dem Arbeitsmarkt hinwegtäuschen. „In weniger zugkräftigen Regionen Deutschlands, in denen viele der Hidden Champions angesiedelt sind, spitzt sich der Fachkräftemangel bereits immer stärker zu. Die existierenden Aufenthaltstitel zielen zumeist nur auf Akademiker ab. Viele erfolgreiche Familienunternehmen benötigen aber gerade überzeugende Regelungen für gut ausgebildete Fachkräfte in anderen Berufen, z.B. im Gesundheitswesen, dem Handwerk oder der mittelständischen Industrie. Die bisherige Verengung auf akademische Berufe muss deshalb umgehend aufgegeben werden“, mahnt Steiger.

„Wir müssen jetzt den Übergang zu einem vor allem bedarfsorientierten Punktesystem schaffen und dieses mit den heutigen digitalen Möglichkeiten kombinieren. Unternehmen und qualifizierte Zuwanderer müssen in die Lage versetzt werden, flexibel, schnell und transparent auf den tatsächlichen Fachkräftemangel vor Ort reagieren zu können. Die Beispiele der klassischen Einwanderungsländer zeigen, dass sich hohe, notwendige Hürden gegen Zuwanderung in die Sozialsysteme und größere Offenheit gegenüber wirtschaftlich notwendiger Zuwanderung qualifizierter Menschen nicht ausschließen“, so Steiger weiter.

Weiterführende Informationen:

Themenseite Arbeitsmarkt und Alterssicherung 

Kontakt
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Pressestelle
Luisenstraße 44, 10117 Berlin

Telefon: 030 / 240 87-301
Telefax: 030 / 240 87-305

pressestelle@wirtschaftsrat.de