05. Mai 2011
Landesfachkommission Mittelstandsfinanzierung
Eigenkapitalbasis im Mittelstand muss gestärkt werden
Manchem mittelständischen Unternehmer hat die wirtschaftliche Krisensituation der vergangenen Jahre gezeigt, dass seine Eigenkapitalbasis gestärkt werden muss. Die Frage: Wie lässt sich dies am besten bewerkstelligen?
Diskussionsrunde zum Thema Finanzierung im Mittelstand (Foto: Wirtschaftsrat)

Antworten dazu und Informationen aus erster Hand gab es jetzt anlässlich einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der Landesfachkommission „Mittelstandsfinanzierung“ im Wirtschaftsrat des Landesverbandes Hessen – mit über 130 Zuhörern „ein Highlight“ im Veranstaltungsreigen, wie Kommissionssprecher Erhard Seeger sagte. Thema des Abends: „Zukunftssicherung über externes Eigenkapital oder verwandte Instrumente“. Seeger: „Wir erkennen gerade im Mittelstand die zunehmende Bedeutung dieser Form einer Kapitalbereitstellung“.

 

Ein hochkarätig besetztes und professionell moderiertes Podium stellte die verschiedenen Formen und Produkte zur Kapitalbeschaffung vor. Einig waren sich die Experten - Michael Hildisch, Partner bei der Afinium Management GmbH, München; Jürgen von Wendorff, Vorstandsmitglied der Hannover Finanz GmbH, Hannover; Dr. Nikolaus Sachsenberg, der mit seinem medizintechnisches Unternehmen Erfahrungen in Sachen externes Eigenkapital gesammelt hat, und Klaus Sachse, Geschäftsführer der CBG Commerz Beteiligungskapital GmbH & Co. KG., Frankfurt, dass in Deutschland die Eigenkapitaldecke gerade in mittelständischen Unternehmen oft zu wünschen übrig lasse. Die Inhaber, so die Wahrnehmung, setzten sich meist zu wenig mit diesem Thema auseinander. Dabei sollte gerade die Kapitalausstattung ein ständiger Prozess sein; beispielsweise durch Hinzuziehung externen Eigenkapitals. Doch da sei bei den Unternehmern immer wieder eine gewisse Scheu zu beobachten. Befürchtet werde vor allem ein gewisses Maß an Kontrollverlust, wenn der Unternehmer Externe beteiligen müsse. Nach Meinung der Experten eine unbegründete Angst, da die Interessen von Eigenkapitalgeber und Unternehmer dieselben seien – anders als bei Fremdkapitalgebern. Ziel eben auch der Beteiligungsgesellschaften sei es, ein gutes Geschäftsmodell erfolgreich weiterzuentwickeln, also zu finanzieren, und nach fünf bis acht Jahren wieder auszusteigen.

Volles Haus in der Commerbank AG in Frankfurt (Foto: Wirtschaftsrat)

Grundlage für eine zukunftsichernde Zusammenarbeit seien in erster Linie Vertrauen und Berechenbarkeit der Kapitalgeber. Aber wie findet man nun den „Richtigen“, wer kann am besten beraten?

 

Auch die Frage wurde vom Podium beantwortet: Ansprechpartner seien zuerst einmal die Hausbanken. Dann solle das eigene Netzwerk abgefragt werden, ob schon gute Erfahrungen mit Beteiligungsgesellschaften gemacht wurden. Steuerberater und Juristen seien ebenfalls mit einzubeziehen. Wichtig sei vor allem, Angebote und Geschäftsmodelle miteinander zu vergleichen. Zudem gibt es in Berlin den Verband der deutschen Beteiligungspartner.

 

Schlussendlich boten sich die Podiumsteilnehmer selbst an, Interessenten zu beraten oder den Dialog mit ihnen und betroffenen Unternehmen in Gang zu setzen. Erste Gespräche im kleinen Kreis mit den Referenten bahnten sich denn auch direkt nach der Veranstaltung während eines Buffets an.