11. Juli 2016
Digitaler Binnenmarkt - Chance für Industrie und Mittelstand
Ein vollständiger europäischer digitaler Binnenmarkt ist entscheidende Bedingung, um das Potential digitaler Innovationen und Geschäftsmodelle bestmöglich auszuschöpfen. Konkret geht es u.a. um ein modernes Urheberrecht, den Umgang mit Geoblocking oder die Regulierung von Onlineplattformen.
v.l.: Wolfgang Rosenbauer, Lutz Diederichs, Sabine Bendiek, Prof. Dr. Michael Klein, Ulf Ewaldsson, Dr. Michael Mertin, Prof. Dr. Norbert Winkeljohann

„Digitale Strategien machen nur europäisch Sinn, weil sie am Ende des Tages globale Dienste sind“, betonte EU-Kommissar Günther  Oettinger. Aufgrund von Netzwerkeffekten ist insbesondere die digitale Wirtschaft auf einen großen Markt angewiesen. Dabei kann ein funktionierender digitaler Binnenmarkt zur Wirtschaftsleistung der EU jährlich mit rund 415 Milliarden Euro beitragen.

 

Google, Apple, Amazon, Facebook und Microsoft besitzen eine Börsenbewertung, die doppelt so hoch ist wie die aller DAX 30-Unternehmen zusammengenommen. Schon daran zeigt sich die digitale Überlegenheit Amerikas. Wenn Deutschland und Europa eine Chance haben wollen in diese Liga aufzusteigen, sind neben einem funktionierenden digitalen Binnenmarkt, Cyber-Sicherheit, der Schutz von Daten und eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur erforderlich.

 

Ein Punkt, den auch Ulf Ewaldsson, Global Chief Technology Officer von Ericsson, aufgriff. Durch das Internet der Dinge sind bis zum Jahr 2021 an die 28 Milliarden Geräte miteinander verbunden. Dabei stehen Netzwerke im Mittelpunkt dieses Transformationsprozesses: Denn erst sie schaffen die Voraussetzung, beispielsweise die Maschinenkommunikation im Rahmen von Industrie 4.0 effizient zu nutzen. Ulf Ewaldsson bekräftigte, dass 5G als neuer Standard deshalb unumgänglich ist. Digitale Technologien dürfen nicht durch Schlagbäume behindert werden. Der EU-Binnenmarkt muss fit für das digitale Zeitalter gemacht werden – er entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas.