06. März 2013
"Die Zeit wird knapp - Geplante Vermögensübertragungen jetzt vorziehen"
Vorsorge des Unternehmers hilft mögliche Schieflagen des Unternehmens vorzubeugen
Sorgt ein Unternehmer, für den Fall das er nicht mehr handlungsfähig ist, nicht vor, so kann das gesamte Unternehmen gefährdet sein.
Peter Schoolmann, PricewaterhouseCoopers AG (PWC AG) Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Magdeburg (Foto: Wirtschaftsrat)

Der wiedergewählte Sektionssprecher Michael A. Hoffmann begrüßte die rund 45 Mitglieder und Gäste zur Veranstaltung „Die Zeit wird knapp - Geplante Vermögensübertragungen jetzt vorziehen“ in der Niederlassung der PricewaterhouseCoopers AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in Magdeburg.

Im Rahmen der Vorträge wurde den Teilnehmern ein Überblick verschafft, was hinsichtlich von Unternehmensübertragungen auf die Nachfolgegeneration steuer- und zivilrechtlich zu beachten ist. Dabei wurden auch Hinweise gegeben, was für den Fall der plötzlichen Handlungsunfähigkeit eines Geschäftsführers als sogenannten „Notfallkoffer“ vorgehalten werden sollte.

„Die Begünstigungen bei der Übertragung von Betriebsvermögen stehen auf dem Prüfstand des Bundesverfassungsgerichtes. Der Bundesfinanzgerichtshof hat kritisiert, dass die Übertragung von Betriebsvermögen stärker begünstigt ist als die Übertragung von sonstigen Vermögen, z. B. in Form von Geldmitteln. Dies betrifft natürlich auch und vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt. Damit ist die Bundesregierung verpflichtet, die bisherigen gesetzlichen Regelungen zu verändern. Dies bedeutet, dass die bisherigen steuerlichen Vergünstigungen bei der Übertragung von Unternehmen im Rahmen der Unternehmensnachfolge nach den vorliegenden Gesetzesentwürfen eingeschränkt werden und damit zu höheren erbschaft- und schenkungsteuerlichen Belastungen führen können.“ so Peter Schoolmann, PricewaterhouseCoopers AG aus Magdeburg. Deshalb empfahl der Referent Peter Schoolmann, angedachte Unternehmensübergaben auf die Nachfolgegeneration so schnell wie möglich durchzuführen, um den Bestand eines Unternehmens nicht durch schenkung- und erbschaftsteuerliche Belastungen zu gefährden.

Daniel Wintzer, Rechtsanwalt PWC legal, Niederlassung Leipzig (Foto: Wirtschaftsrat)

Auf die Besonderheiten bei der vertraglichen Gestaltung von Vermögensnachfolgen ging Daniel Wintzer, Rechtanwalt der PricewaterhouseCoopers AG, ein. Anhand verschiedener Fallbeispiele wurde erläutert, dass auch Unternehmensübertragungen möglich sind, ohne dass der übergebende Unternehmer den Einfluss auf die Geschäftsführung verliert.


Als Fazit waren sich alle Anwesenden einig, dass ein dringender Handlungsbedarf für die Unternehmer besteht, die jetzt oder in den nächsten Jahren ihr Unternehmen auf die Nachfolgegeneration übertragen wollen. Auch schon bestehende Nachfolgeregelungen sollten gegebenenfalls noch einmal überprüft werden.


Politisch kann an dieser Stelle nur gefordert werden, dass die Vergünstigungen bei Übertragung von betrieblichen Vermögen auf die nachfolgende Generationen erhalten bleiben müssen, damit in den zur Verfügung stehenden Unternehmen auch die folgenden Unternehmergenerationen die Arbeitsplätze erhalten können.