20. Januar 2011
Die Stadt der Zukunft baut auf vernetztes Denken
Auf Initiative der Landesfachkommission „Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung“ im Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Nordrhein-Westfalen das Forum „Zukunft Stadt“ als Teil des Vortrags-Campus »bauforumstahl zum Thema „Neues Denken für Nachhaltiges Bauen“ statt. Für die Landesfachkommission war es die erste Beteiligung an der international anerkannten Weltmesse für Architektur, Materialien und Systeme in München. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg: Die Vorträge von Prof. Johannes Kister, Architekt und Stadtplaner aus Köln, sowie Karin Stemmer, Leiterin Bestandsmanagement Vereinigte Wohnstätten 1889 e.G., Kassel, die innovative Lösungen für die modernen Herausforderungen städtischen Wohnens vorstellten, stießen auf großes Interesse.
v.l.n.r. Dr. Bernhard Hauke, Geschäftsführer bauforumstahl e.V.; Anné Schwarzkopf, Vorsitzende Landesfachkommission Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung; Loring Sittler, Leiter Generali Zukunftsfonds Foto: bauforum Stahl e.V.

„Indem wir das Forum „Zukunft Stadt“ im Rahmen des Vortrags-Campus »bauforumstahl auf der BAU 2011 aus der Taufe gehoben haben, erreichen wir zahlreiche Multiplikatoren und Entscheider aus Politik und Wirtschaft. So können wir wichtige Impulse setzen“, sagte Anné Schwarzkopf, Vorsitzender der Landesfachkommission Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung. „Die Kommission setzt sich aus führenden Experten aus Industrie, Verbänden und Verwaltung zusammen. Dadurch verknüpfen wir die wichtigen Netzwerke und können Synergieeffekte optimal nutzen“, sagt3 Loring Sittler, Leiter Generali Zukunftsfonds und ebenfalls Kommissionsmitglied. Mitglieder der Landesfachkommission sind unter anderem Marc Blum, Geschäftsleitung „Vertrieb & Marketing“, ArcelorMittal Commercial Long Deutschland GmbH, einem Mitaussteller des »bauforumstahl, und Dr. Bernhard Hauke, Geschäftsführer, »bauforumstahl e.V.

Neues Straßenmanagement bringt eine Aufwertung des Lebensraumes und erschließt zusätzliche Einnahmequellen

 

Das Forum „Zukunft Stadt“ hätte unter dem berühmten Ausspruch Albert Einsteins – „Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben.“ – stehen können, denn die Herausforderungen der Stadt der Zukunft verlangen vernetztes Denken. Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Anné Schwarzkopf und Loring Sittler ging Prof. Johannes Kister, Gründer und Gesellschafter des renommierten Kölner Unternehmens kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, auf die Herausforderungen des modernen Städtebaus ein. Er präsentierte die Ergebnisse seiner Projektstudie zum rechtsrheinischen Köln und den hierfür entwickelten zukunftsweisenden Prototyp für neues Straßenmanagement. „Die Stadt der Zukunft ist die bestehende Stadt“, führte Kister aus. „Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung bedeutet, die größtmögliche Programmdichte und –vielfalt auf kleinster Fläche unterzubringen. Diese Vielfalt ist einer der wesentlichen Gründe, in die Stadt zu ziehen.“ Zentrum eines jeden Quartiers, so Kister, sei der öffentliche Raum, die Vernetzung dieser öffentlichen Räume bilde die Stadt.

Einen Schwerpunkt seiner Studie bildet ein innovatives Konzept zur Förderung der Mobilität der Bürger bei gleichzeitiger Erschließung neuer, lukrativer Finanzierungspotenziale für die Stadt. „Es geht darum, die Flächen vom Verkehr zu befreien, um die vorhandenen Räume wieder für die Fußgänger zu öffnen“, erklärt der Stadtplaner. „Mit einem neuen Straßenmanagement, in das die Bürger einbezogen werden, können wir die Lebensqualität eines Quartiers erheblich steigern.“

Quartiersaufwertung durch innovative Wohnformen


Im Anschluss referierte Immobilien-Ökonomin (GdW) Karin Stemmer zum Thema: „Neue Nachfrage durch neue Wohnformen im Bestand“. Erst im Januar 2011 wurde Stemmer auf der BAU 2011 von der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesbauministeriums für das Neubauprojekt „Samuel Beckett-Anlage“ in Kassel für besonders vorbildlichen Charakter im Sinne der Nachhaltigkeit ausgezeichnet. In ihrer Präsentation stellte sie Antworten auf den demografischen Wandel und die größer werdende Vielfalt an Lebensentwürfen vor. „Der demografische Wandel führt zu einer Pluralisierung von Lebensstilen“, erklärte Stemmer. Vor allem ihren Ausführungen über neue, ganzheitliche Quartierskonzepte maß das Publikum besondere Bedeutung zu. „Wir wollen lebendige Hausgemeinschaften schaffen, indem wir die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Bewohner fördern. Unterschiedliche Maßnahmen wirken Vereinsamung entgegen, unterstützen die Gründung stabiler Wahlverwandtschaften und sorgen für Sicherheit im Wohnen“, so die Preisträgerin. Unter den optimalen Rahmenbedingungen sieht Stemmer das Bekenntnis des Wohnungsunternehmens zu innovativen Wohnformen an erster Stelle. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft zu Standortinvestitionen, individuelle Lösungen zu finden und zu Beteiligungsprozessen – geprägt von klarer und offener Kommunikation: „Der Erfolg gibt uns recht. Wir sehen eine Stabilisierung der Stadtquartiere und eine erhebliche Steigerung des Wohnungsangebotes. Unser Image hat deutlich gewonnen und die Zahl der Bewerber hat sich verdreifacht.“