20. Mai 2010
Landesfachkommission Umwelt und Energie:
„Die künftige Form der Fortbewegung wird elektrisch sein“
Unter dem Titel „Mobilität der Zukunft“ lud die Landesfachkommission Umwelt und Energie des Wirtschaftsrates Hessen zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in die Villa Bonn nach Frankfurt ein. Martin Weiss, Leiter der Landesfachkommission freute sich rund 40 Mitglieder und ausgewiesene Experten begrüßen zu können.

„Der Verkehr in Hessen ist ein zentraler Punkt“, so Michael Boddenberg, Staatsminister für Bundesangelegenheiten in seinem Vortrag. Durch den Frankfurter Flughafen und das Ballungsgebiet „Rhein Main“ gehöre das Thema Mobilität zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Hessen, es wäre „fahrlässig“ wenn man diese nicht nutzen würde.

„Mobilität ist jedoch nicht nur positiv zu bewerten, von ihr geht auch eine starke Belästigung aus. Dies muss die Politik abwägen“, sagte der Minister. Elektromobilität sei daher eine ideale Symbiose zwischen Mobilität und geringer Lärm- wie CO2-Belästigung. Um jedoch auf Elektromobilität umzustellen sei noch viel Forschung und Entwicklung notwendig, ist sich der Minister sicher. „Die Laufzeit der auf dem Markt befindlichen Batterien ist einfach noch nicht gut genug. Wir müssen in diesem Bereich noch nachbessern, um auch lange Strecken bewältigen zu können“, sagte Dirk Fräger, der auch Entwickler der Elektrofahrzeuge „BENNI“ und „STROMOS“ ist.

Michel Boddenberg rechnete vor: „Zurzeit kosten Lithium-Ionen-Akkus zwischen 10.000 und 12.000 Euro und sind damit für die breite Bevölkerung zu teuer. Für das Ziel von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2020 rund eine Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland zu haben, müssen finanzielle Anreize gesetzt werden, um das Elektroauto attraktiver zu machen“, sagte der CDU-Politiker.

In einer anschließenden Diskussionsrunde stellte sich die Frage, wo Elektromobilität sinnvoll eingesetzt werden könne. Dr. Hans-Peter Debling von der ConActivity KG sagte dazu, dass dem städtischen Verkehr die größte Aufmerksamkeit zukommen müsse: „Es ist sinnvoll dort anzufangen, da die Autos noch eine sehr geringe Reichweite haben.“

Matthias Drexelius, Erster Beigeordneter des Planungsverbandes Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, ist überzeugt, dass auch Fahrräder mit Elektroantrieb sinnvoll sind: „In Frankfurt am Main gibt es 300. 000 Pendler jeden Tag. Wichtig ist, dass die Autobahnen staufreier werden“. Er berichtet von dem Konzept Bike & Business, ein regionales Projekt zur Förderung der Fahrradnutzung im Berufsverkehr. „Wenn man einen Weg von mehr als fünf Kilometern zurückzulegen hat, gibt es das Konzept Bike & Business 2.0, ein Fahrrad mit elektrischem Motor, das bis zu 25 Stundenkilometern fährt, erläuterte der Planungsfachmann.

Ebenfalls auf dem Podium diskutierten mit: Dr. Thomas Almeroth, Geschäftsführer VDIK Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller und Kurt Sigl, Vorstand Bundesverband eMobilität e.V..

Nach der Diskussionsrunde vertieften die Teilnehmer die Themen bei einem Empfang im Foyer der Villa Bonn. Dirk Fräger präsentierte zudem sein E-Mobil „Stromos“.