07. Oktober 2015
Die Ernährungswirtschaft als Wachstumstreiber in Sachsen-Anhalt
Risiken und Chancen
Dr. Hermann Onko Aeikens, Minister, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Bild: Wirtschaftsrat

Die Abendveranstaltung wurde vom Sprecher der Sektion Sachsen-Anhalt Süd,  Marcel Schmidt, Geschäftsführer, GALA-MIBRAG-Service GmbH, moderiert. Neben dem Minister trat auch Philipp Schlüter, Werkleiter der Südzucker AG Zeitz, als Gastredner auf. Er stellte den Mitgliedern die neue Weizenstärkeanlage von Südzucker vor, wobei 100 neue Arbeitsplätze geschaffen worden sind und jährlich 300.000 Tonnen Weizen verarbeitet werden.


Mit optimistischen Worten begrüßte Dr. Hermann Onko Aeikens, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Sachsen-Anhalt die Gäste und Mitglieder des Wirtschaftsrates: „Die Struktur unserer Land- und Ernährungswirtschaft ist ein großes Plus für unsere ländlichen Räume als lebenswerte Heimat mit Zukunft. Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind Garanten für Arbeit und damit auch für Lebensqualität in den ländlichen Räumen. Und wo Arbeitsplätze dauerhaft sicher sind, wird auf Dauer auch das Leben attraktiv bleiben“.


Dennoch sank der Umsatz in den 103 Unternehmen der Nahrungs- und Futtermittelherstellung im Jahr 2014 um 3,1% im Vergleich zum Vorjahr auf 6,5 Mrd. €. Es werden intensive Handlungsbeziehungen mit den europäischen Ländern, insbesondere Polen, den Niederlanden und Italien gepflegt. Die Exportquote liegt mit 17,2% derzeit noch unter dem Bundesdurchschnitt von 21,6%.


Er gab auch Einblick auf den Kauf und Verkauf von Boden aus spekulativen Zwecken (z.B. Monokulturanbau, Acker nur für Windkraftanlagen), losgelöst von der Betrachtung der Agrarstruktur. Wenn sogenannte Agrarbetriebe aus dem Ausland große Schläge (Bodenfelder) kaufen und die Bestellung und die Ernte dieser Äcker nur mit ausländischen Arbeitnehmern und Maschinen erledigt werden, entfällt nicht nur die Wertschöpfung vor Ort, sondern auch das dörfliche Leben wird somit ausgehöhlt. Es erfolgt kein Engagement vor Ort, was bei den heimischen Agrarbetrieben jedoch der Fall ist z.B. Arbeitsplätze vor Ort, Entedankfest, Engagement in Vereinen wie freiwillige Feuerwehr, Sport uvm.


Im Anschluss an den Impulsvortrag konnten die Mitglieder und Gäste dem Minister Fragen stellen und Anregungen kommunizieren, die Seitens des Ministers geduldig und ausführlich beantwortet und aufgenommen wurden. Die Veranstaltung endete mit einem Imbiss und get together.