23. Januar 2015
Die Deutschland AG muss geschützt werden!
Jahresauftakt der badischen Sektionen
Beim traditionellen Jahresauftakt der Sektionen Karlsruhe/Bruchsal, Baden-Baden/Rastatt und Ortenau standen Vorträge von Dr. Alexander Pischon (Geschäftsführer Karlsruher Verkehrsverbund GmbH), Uwe Konrath (techn. Geschäftsführer KASIG - Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH), Kai Whittaker MdB und Dr.-Ing. Martin Herrenknecht (Vorstandsvorsitzender Herrenknecht AG) sowie eine einzigartige Baustellenbesichtigung auf dem Programm.
Der Karlsruher U-Strab-Tunnel (Foto: WR)

Karlsruhe baut um und der Wirtschaftsrat erhielt einmalige Einblicke. Die Straßenbahn verschwindet in der Kaiserstraße im Untergrund und die Kriegsstraße wird neu gestaltet. Die „Kombilösung“ ist das größte Verkehrsprojekt der Karlsruher Innenstadt. Seit Herbst 2014 verrichtet der Bohrer „Giulia“ (80 m lang, 9 m im Durchmesser) aus dem Hause Herrenknecht (im Volksmund „Fächerwurm") seinen Dienst und gräbt den Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße vom Durlacher Tor bis zum Mühlburger Tor. Bis 2016 soll der Tunnel fertiggestellt sein. Jeden Tag gräbt sich das rotierende Schneidrad bis zu 10 Meter vorwärts. Uwe Konrath (KASIG) und Dr. Alexander Pischon (KVB) stellten das Projekt vor.

Dr. Alexander Pischon begrüßt die Gäste (Foto: WR)

Kai Whittaker MdB, der selbst einmal für Herrenknecht tätig war („Tunnelbohrer müssen geduldig sein“), sagte in seinem Grußwort, den status quo auf deutschen Autobahnen und Bahnhöfen zu verwalten sei zu wenig. Auch wenn ein ausgeglichener Haushalt ein wichtiges politisches Ziel sei, so müssten die notwendigen Investitionen in die Verkehrs- und Digital-Infrastruktur im Industriestandort Deutschland gesichert werden.

Uwe Konrath, Dr.-Ing. Martin Herrenknecht, Kai Whittaker MdB, Johannes-Georg Voll (Foto: WR)

Hauptredner des Abends, Dr.-Ing. Martin Herrenknecht, machte sich Sorgen über die ablehnende Haltung der Deutschen gegenüber technischen Neuerungen. 95 % des Umsatzes macht Herrenknecht mittlerweile im Ausland. Länder wie Frankreich, die Schweiz und China seien technikaffiner. Projekt würden dort teilweise 15 Jahre schneller abgeschlossen als hierzulande (Beispiel S21).

Er habe deswegen gerne die Chance genutzt, in der Heimat die Technik zu erläutern und habe extra andere Termine abgesagt. Einige der aktuellen, weltweiten (Katar, Bosporus, Hong Kong, …) Projekte stellte Dr. Herrenknecht vor. Er appellierte an die Gäste positiv zu denken und gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

 

Nach den Vorträgen besichtigte die Gruppe die unterirdische Haltestelle am Durlacher Tor mit all ihren Spezifika. Hierzu wurde eigens ein Podest errichtet. Sektionssprecher Johannes-Georg Voll dankte deshalb allen Beteiligten für ihre tatkräftige Unterstützung der Veranstaltung.