17. September 2015
Die Deutsche Bahn in Sachsen - Gegenwart und Zukunft
Mit Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Deutsche Bahn AG
Die Landesfachkommission Verkehr des Wirtschaftsrates Sachsen hatte gemeinsam mit dem IZBE e.V. Mitglieder und Gäste in das Hotel an der Oper in Chemnitz eingeladen, um gemeinsam mit dem seit zwei Monaten neu im Amt befindlichen Konzernbevollmächtigten für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der Deutsche Bahn AG, Eckart Fricke, insbesondere auch die Frage zu klären, „Liegt der Freistaat eisenbahntechnisch für die Bahn am Rande von Deutschland oder eher in der Mitte von Europa?“.
v.l.n.r.: Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der Deutsche Bahn AG; Olaf Seemann, DB Netz AG (Foto: Wirtschaftsrat)

Seit der Vereinigung von Bundesbahn und Reichsbahn zur Deutschen Bahn AG sind mehr als zwanzig Jahre vergangen. Seitdem hat sich auch in Sachsen viel getan, gleichwohl bleibt noch viel zu tun, und die Eisenbahnwelt ist vor allem im Personennah- und im Güterverkehr deutlich „bunter“ geworden in den letzten Jahren.

Die Deutsche Bahn möchte künftig ihr Angebot im Fernverkehr deutlich verbessern: Mit einer Ausweitung um 25 Prozent und dem konsequenten Ausbau der Stärken des Systems Bahn will die DB AG stärker als bisher gegen die Konkurrenz von Auto, Bus und Flugzeug punkten. Gleichzeitig sieht sie sich im Nahverkehr starker Konkurrenz um die von den Zweckverbänden vergebenen Zugleistungen ausgesetzt, im ÖPNV soll der Marktanteil gesichert und ausgebaut werden und im Güterverkehr wächst die Tonnage privater Anbieter.
In der Infrastruktur gibt es einen erheblichen Investitionsbedarf im Bestandsnetz: Zum Abbau des Rückstaus zum Beispiel bei Brückenerneuerungen stehen zwar mehr Mittel zur Verfügung, diese müssen aber auch verbaut werden, ohne den Bahnbetrieb zu sehr zu behindern. Bei den Neu- und Ausbauprojekten des Bundesverkehrswegeplanes ist die Deutsche Bahn von den politischen Entscheidungsprozessen in Regierung und Parlament abhängig.
Nicht zuletzt hat sich die DB AG in ihrer Strategie „DB2020“ ehrgeizige Ziele für ein nachhaltiges Wirtschaften im Einklang von Ökonomie, Umwelt und Sozialem gesetzt. Eine neue Konzernstruktur soll helfen, diese Ziele zu erreichen.

Dem einleitenden Vortrag (für Mitglieder zur Ansicht im download-Bereich) von Eckart Fricke, der sich detailliert insbesondere auf die strategische Ausrichtung sowie die anstehenden Streckenprojekte bezog,  schloss sich eine Podiumsdiskussion, moderiert von Olaf Seemann, DB Netz AG, an.

Die Podiumsteilnehmerinnen Veronika Hiebl, Geschäftsführerin des Tourismusverband Erzgebirge e. V., sowie die Vorsitzende der Landesfachkommission Verkehr und Tourismus, Claudia Hinrichs, erläuterten hier die tourismusseitigen Notwendigkeiten einer angemessen schnellen und nach Möglichkeit direkten Bahnanbindung der Destinationen mit darauf abzustimmendem ÖPNV.

Während anschließend Dr. Harald Neuhaus, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Mittelsachsen, gern das Angebot von Herrn Fricke aufnahm, zu prüfen, welche Vor-, aber ggf. auch Nachteile sich durch eine gemeinsame Etablierung eines Fernverkehrsangebotes ergeben können.
Als weiterer Podiumsteilnehmer beleuchtete Alfons Wagener, Geschäftsführer der GVZ Entwicklungsgesellschaft Südwestsachsen mbH, das Fracht und Logistik-Konzept der DB.

Die Themen Fern-, Nah- und Güterverkehr wurden anschließend bei einem Imbiss in kleinen Gruppen weiter vertieft.

„Eine gelungene Veranstaltung“, resümierte die Vorsitzende der Landesfachkommission, Claudia Hinrichs, „ich bin der Meinung, dass in Sachsen eine starke Allianz für Mobilität etabliert werden muss und dafür sind Veranstaltungen wie diese sowie Partner wie die DB und die Verkehrsverbünde wichtig.“

v.l.n.r.: Dr. Harald Neuhaus; Eckart Fricke; Claudia Hinrichs, Veronika Hiebl; Alfons Wagener (Foto: Wirtschaftsrat)