19. Mai 2015
"Deutschland bleibt wichtiger Partner"
Deutsch-russischer Wirtschaftsabend der Landesfachkommission „Internationaler Kreis“ im hessischen Wirtschaftsrat
Einig waren sich beim Deutsch-Russischen Wirtschaftsabend sowohl Referenten als auch Gäste: Trotz einer derzeit unbefriedigenden politischen Situation seien die wirtschaftlichen und menschlichen Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik – insbesondere auch zur Rhein-Main-Region – nach wie vor sehr eng. Veranstalter des Abends im Generalkonsulat der Russischen Föderation (Frankfurt) war die Landesfachkommission „Internationaler Kreis“ des Wirtschaftsrates Hessen.

In seiner Begrüßung sagte Generalkonsul Ruslan K. Karsanov, er hoffe, dass sich die politische Situation bald beruhige. „Deutschland war immer ein wichtiger Partner für uns“. Er sei sicher, dass diese Partnerschaft weiter geführt werde. „Russen und Deutsche verstehen sich gut miteinander“.


Sergey Rodionov, Repräsentant der Handels- und Industriekammer der Russischen Föderation in Frankfurt, erläuterte anhand umfangreicher Wirtschaftsdaten aus den Jahren 2013/2014 die wirtschaftlichen Beziehungen. So sei Deutschland nach China und den Niederlanden 2014 der wichtigste Handelspartner gewesen. Dennoch seien Ein- und Ausfuhr-Raten wegen der Sanktionen deutlich zurückgegangen. Aus der EU seien 24,9 Prozent vom Gesamtvolumen der verbotenen Waren betroffen, aus den USA 3,2 Prozent. Besonders Fleisch, Milch und Milchprodukte, Gemüse und Obst stünden auf der Verbotsliste. 


Rodionov lobte besonders die wirtschaftlich/menschlichen Beziehungen zum Rhein-Main-Gebiet. Hier in der „Drehscheibe Europas“ seien die größten und wichtigsten Unternehmen und Banken Russlands vertreten; ebenso Medien wie u.a. Wirtschafts- und Lifestyle-Magazine.
Die finanziellen Folgen der Sanktionen schilderte Alexander Romanov, Generalmanager der russischen Förder- und Entwicklungsbank. Weil keine Kredite mehr im Westen aufgenommen werden dürften und der Rubel ziemlich an Wert verloren habe, hätte mittlerweile ein Dutzend Banken ihre Lizenz verloren. Er gehe dennoch davon aus, dass nach einem Jahr „Durststrecke“ Banken und Wirtschaft wieder „angekurbelt“ würden.  Man setze auf Import-Ersatz aus Ländern wie China oder Kuba und der Eurasischen Union.

Insgesamt, so schloss Romanov seine Ausführungen, seien die russischen Banken sehr an einer Wiederaufnahme der Beziehungen mit Deutschen Banken interessiert.  

Aktuelle Daten, Quelle Süddeutsche Zeitung vom 22. Mais 2015:

„Die deutschen Exporte nach Russland sind wegen der westlichen Sanktionen und der russischen Konjunkturschwäche heftig eingebrochen. Im ersten Quartal schrumpften die deutschen Russland-Ausfuhren um fast 34 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zugleich sanken die Einfuhren um fast 30 Prozent. Damit wirkt sich der Streit mit Moskau vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts immer stärker auf den deutsch-russischen Außenhandel aus… Besonders starkt sanken die Ausfuhren von Autos, Lkw und zugehörigen Teilen (minus 31,5 Prozent) sowie von Maschinen (minus 15,8 Prozent)..."

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Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
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