06. Juli 2011
Wirtschaftsrat besucht mit Landtagsabgeordnetem Wolf Walter Dreizler Wärmetechnik GmbH
Grün-rote Landesregierung steckt Gelder in neue Stellen anstatt Schulden abzubauen
Die Sektion Rottweil-Tuttlingen besuchte die Walter Dreizler GmbH Wärmetechnik in Spaichingen. Der Tuttlinger Landrat und Landtagsabgeordnete Guido Wolf besichtigte mit den Mitgliedern den Betrieb und diskutierte anschließend mit den Unternehmern und Führungskräften der Region über die aktuellen Entwicklungen in der Landespolitik.
Landtagsabgeordneter Guido Wolf

„Es hat mich brennend interessiert zu erfahren, was es mit der Brennertechnologie auf sich hat“, formulierte ein Gast seine Erwartungen. Und er wurde, wie alle anderen Teilnehmer auch, nicht enttäuscht: Man spürte und erlebte direkt, wie Vater und Sohn, Ulrich und Daniel Dreizler, als Geschäftsführer und Gesellschafter „Feuer und Flamme“ sind, wenn es darum geht, ihre eigens für die jeweiligen Kunden angefertigten Brenner optimal auszugestalten, wie es eben ein Unternehmen dieser Qualität und mit den eigenen Ansprüchen von sich selbst fordert. „Ich bin ein begeisterter Entwickler“, bekannte der Seniorchef, „und mir fällt immer wieder etwas Neues ein.“ Um die „pure Energie zuverlässig, effizient und sauber“ zu produzieren, wie es im Firmenlogo heißt.

 

Die Brennertechnik habe eine große Zukunft, betonten beide. Der Schadstoffausstoß sei gering und der Wirkungsgrad liege bei annähernd hundert Prozent. Nicht wenige Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates waren erstaunt darüber, dass inzwischen die USA das Land mit den meisten Gasvorkommen sind: Schiefergasen, die die nächsten 350 Jahre Verwendung finden können, so Ulrich Dreizler.

v.l.n.r. Oliver Bloedorn, Guido Wolf MdL, Dr. Martin Leonhard, Ulrich und Daniel Dreizler

Dann ging es in "medias res".Oliver Bloedorn,  Sektionssprecher des Wirtschaftsrates, führte durch den Abend und gab das Wort an Guido Wolf, der sehr anschaulich über die aktuellen Entwicklungen in der Landespolitik berichtete. Als Vorsitzender des Finanzausschusses müsse er erleben, dass die grün-rote Landesregierung einen Nachtragshaushalt verabschiede, weil sie 180 neue, hoch dotierte Stellen schaffe - davon 56 im Verkehrsministerium und 46 im Integrationsministerium. Die Kosten summierten sich auf rund 180 Millionen Euro. Sinnvoll gewesen wäre, die  Steuermehreinnahmen in die Reduzierung der Schulden zu stecken, sagte der Tuttlinger Landtagsabgeordnete.


Ein zweites Thema, das nicht nur für ihn immer mehr zum Ärgernis wird, ist der Umgang der Landesregierung mit Stuttgart 21 und der „verhängnisvolle Umgang mit dem grünen Demokratieverständnis“. Die Regierung mobilisiere den Protest auf der Straße, der sich legitimiert sehe, getroffene Verträge zu kippen und den Rechtsstaat auszuhebeln. „Doch die Leute haben das Gezerre satt“, berichtete Wolf auf Grund eigener Beobachtungen und auch demoskopisch untermauert. „Wenn dieses Projekt, das gerade für uns als Anlieger an der Gäubahn ganz wichtig ist, verhindert wird, werden wir überhaupt nichts mehr hinbekommen in unserem Lande“, warnte er vor möglichen Folgen.


Der Landtagsabgeordnete sieht schwere Zeiten für den ländlichen Raum anbrechen, wenn, wie im grün-roten Koalitionsvertrag festgehalten, die Gelder für Straßen zusammengestrichen werden: „Gerade für unsere wirtschaftliche Entwicklung sind wir auf eine gute Infrastruktur angewiesen.“

Rundgang durch den Betrieb.

Guido Wolf sagte, dass er sich nicht scheuen würde, gute Ideen von Grün-Rot mitzutragen. Aber an diesem Abend schwang bei seinem Vortrag und in der Diskussion eine große Portion Skepsis mit, was die nächsten fünf Jahre Landespolitik in Baden-Württemberg angeht. Die gilt etwa auch für die Bildungspolitik, wo das grün-rote Szenario der Einheitsschule auf einhellige Ablehnung stieß. Auch weil mit dem möglichen Nebeneinander des gegliederten Schulsystems und der Einheitsschule ein Wirrwarr entstehen könne, so dass für Familien schon ein Umzug in einen anderen Landkreis schwierig werden könne.

Auch wenn es neu sei, sich daran zu gewöhnen, in der Minderheit zu sein, wie Guido Wolf bekannte, resigniert er nicht, sondern will sich auf die neue Rolle einlassen, die eigenen Vorstellungen zu erläutern, das Profil der CDU deutlich zu machen und das bestmögliche aus der Oppositionsrolle zu machen.