15. Februar 2011
Der Freistaat Sachsen als Zukunftsregion - Herausforderungen und Strategien
Abendveranstaltung mit Ministerpräsident Tillich
Sachsen ist das Land der Ingenieure. Mit über 36.000 Studierenden - davon fast die Hälfte in den Ingenieurwissenschaften - ist die TU Dresden die größte Technische Universität in Deutschland. Ministerpräsident Stanislaw Tillich, selbst Diplom-Ingenieur, setzt daher bei seinem Vorhaben, eine der innovativsten Regionen Europas zu werden, auf Wachstumstechnologien wie die Elektromobilität. Er knüpft damit an Traditionen an, für die Sachsen vor dem Zweiten Weltkrieg bekannt war.
Foto: Jürgen Joost

Inzwischen sind Automobilhersteller wie Audi wieder zurückgekehrt und das Land beeindruckt mit Wachstumsraten einzelner Industriebetriebe zwischen acht und zehn Prozent. Die sächsische Wirtschaftskraft je Einwohner konnte von anfänglich knapp 35 Prozent des westdeutschen Niveaus auf mehr als 70 Prozent erhöht werden. Damit steht der Freistaat an der Spitze der ostdeutschen Länder. Diese positive Entwicklung schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder: Nachdem bis 2005 ein nahezu kontinuierlicher Rückgang der Beschäftigung zu verzeichnen war, liegt die Arbeitslosenquote inzwischen auf dem niedrigsten Niveau seit 1991.

 

Dennoch hat Tillich als ostdeutscher Landesvater weiter mit ernsthaften Problemen zu kämpfen. Dazu gehört der anhaltende Bevölkerungsrückgang, der auch in Sachsen einen Fachkräftemangel zur Folge haben könnte. Ministerpräsident Tillich ist jedoch zuversichtlich. Sachsen habe eine Chance, weltweit mitzuspielen, wenn es gelinge, innovativ zu bleiben. Die dafür erforderliche Technologiefreundlicheit und die Begeisterung für Neues dürfte im Freistaat vorhanden sein, denn - so ließ der Ministerpräsident die Zuhörer wissen: "In jedem Sachsen steckt ein Ingenieur-Gen".