27. Februar 2020
Den digitalen Wandel gestalten - Politik für die digitale Gesellschaft
Im Zuge der Digitalisierung verändern sich Prozesse und Gewohnheiten. Stefan Sauer, Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda stellt sich den digitalpolitischen Fragen der Mitglieder und Gäste der Sektion Groß-Gerau und erklärt mögliche Zukunftskonzepte der Bundesregierung.

Neue Herausforderungen überschreiten zunehmend nationale Grenzen. Die Herausforderungen und Erwartungen der Zukunft sind hierbei vielschichtig. 

„Heute wird Digitalisierung global bestimmt“, erklärt der hessische Bundestagsabgeordnete Stefan Sauer. Auch Europa sollte den Anschluss an die Weltspitze (USA und China) nicht verlieren und wird zunehmend gefordert. Durch das europäische Projekt GAIA-X rückt die Europäische Union dem Ziel einer eigenen Dateninfrastruktur Stück für Stück näher. Laut Sauer ist es wichtig, jeden Bürger auf dem Weg in das digitale Zeitalter zu integrieren und Vertrauen aufzubauen, „denn der Schritt von der analogen in die digitale Welt wird von jedem anders wahrgenommen und Zeit sowie Raum verlieren an Bedeutung.“ Beispielsweise sind die Möglichkeiten im Verkehrssektor enorm. Aktuell erschweren nicht zuletzt hohe Hürden auf Bundes- und Länderebene geplante Projekte auf kommunaler Ebene. So konnte der geforderte Standard des Glasfaseranschlusses, der für jeden Haushalt aufgrund der steigenden Datenmenge benötigt wird, aktuell noch nicht flächendeckend verwirklicht werden.

Gegenwärtig steht ebenfalls nicht fest, wie in Zukunft der steigende Stromverbrauch für die Rechenzentren und Hubs kompensiert werden kann.

Bundestagsabgeordneter Sauer beschreibt das gegenläufige Phänomen, dass viele Menschen eine bewusste Entschleunigung in ihrem Lebensalltag suchen. Darüber hinaus wird verdeutlicht, dass heterogene Interessenslagen vorherrschen. 

Im Bereich der künstlichen Intelligenz können beispielsweise Faktoren wie der Fachkräftemangel reduziert werden. Laut Sauer ist die digitale Umsetzung an deutschen Universitäten löblich, jedoch bemängelt Stefan Sauer die diffizile Umsetzung digitaler Komponenten in den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Denn der deutsche Mittelstand ist für den deutschen Erfolgsstatus essentiell und muss sich daher effizienter aufstellen. Auch der Staat muss digitaler werden. So fordert Sauer, dass Rathäuser digitalisiert und mit einer einheitlichen Datenbank ausgerüstet werden. Zukunftsträchtige Konzepte befinden sich gegenwertig in der Ausarbeitung. Zukünftig werden sich darüber hinaus neue Möglichkeiten, Themengebiete und Lösungen ergeben. „Vieles was kommt sehen wir noch gar nicht“, so Sauer. Im Zuge der Digitalisierung und Ausarbeitung der künstlichen Intelligenz wird es wichtig sein und bleiben, dem Menschen in letzter Instanz die Entscheidungsgewalt zu überlassen.