08. Juli 2011
„Das Kostenbewusstsein - treibender Faktor für Nachhaltigkeit“
Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der Sektionen Wetterau und Main-Kinzig
Nachhaltige Mobilität und Energieeffizientes Bauen heißen die beiden aktuellen Themen, mit denen sich die Sektionen Wetterau und Main-Kinzig beschäftigten: German Halcour, Sektionssprecher Wetterau und Hausherr, freute sich über die große Resonanz auf die Veranstaltung. Über 100 Teilnehmer folgten der Einladung in die Räume von Lahmeyer International GmbH in Bad Vilbel.
Das hochkarätig besetzte Podium (Foto: Wirtschaftsrat)

Der Vize-Präsident des Wirtschaftsrates Deutschland, Prof. Hans Helmut Schetter, zugleich Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Hessen, begrüßte die Teilnehmer und stellte Rainer Bomba, Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vor. Er sprach zum Thema „Urbanität von morgen im städtebaulichen Umfeld von heute“. Bomba sieht in diesem Zusammenhang im Bereich Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehrsführung eine „große Herausforderung“. „40 Prozent der Primärenergie werden im Bereich Wohnen, 30 Prozent im Bereich Verkehr verbraucht. Diese Bereiche werden uns, unter Betrachtung der Energieversorgung, in Zukunft beschäftigen müssen. Neue, sparsame Technologien sind der Weg zur Verwirklichung unserer Ziele. Wir wollen keineswegs einschränken oder begrenzen! Die Mobilität muss weiterhin gesichert sein.“

 

Angestrebtes Ziel sei unter anderem die Elektromobilität: Die Automobilindustrie in Deutschland baue zweifelsohne die besten Autos der Welt. Darauf dürfe sich nicht ausgeruht werden. „Das muss auch zukünftig für die Produktion von Elektroautos gelingen. Die deutsche Automobilindustrie muss in eine neue Epoche geführt werden.“ Ein Ziel ist dabei bis 2020 bundesweit eine Millionen Elektrofahrzeuge in Betrieb zu haben. Zu diesem Zweck müsste der Antriebsstrang weiterentwickelt und Kraftstoffe überdacht werden.

 

Auch im Bereich Wohnen müsse umgedacht werden, wenn bis 2050 das Ziel einer 80-prozentigen Einsparung an Primärenergie erzielt werden solle. Auch hier müsse es gelingen, von den steigenden Erdölpreisen wegzukommen. „Es reicht nicht mehr aus, die Häuser alleine mit Dämmstoffen zu ummanteln; Gebäudetechnologie ist hier das Zauberwort.“ Beim „Null-Energie-Haus“ seien deutsche Firmen Weltmarktführer und das „Plus-Energie-Haus“, das mehr als den doppelten Energieverbrauch einer vierköpfigen Familie erzeuge, stehe in der Entwicklung. „Dieser Status muss ausgebaut werden“, erklärte Bomba.

Prof. Hans Helmut Schetter, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Hessen, eröffnete die Veranstaltung Foto: Wirtschaftsrat

Im Anschluss stellte Manuela von Alvensleben, Sprecherin der Landesfachkommission Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft, die Experten des hochkarätigen Diskussionspodiums vor: Rüdiger Wiechers, Stadtrat in Bad Vilbel; Prof. Manfred Hegger, Technische Universität Darmstadt; Prof. Dr. Alexander Graubner, Technische Universität Darmstadt; Günther Baum, Vorstand Bien-Zenker AG, Fertighäuser; Volker Hoff, Vize-Präsident der Opel AG und Prof. Thomas Dilger, Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte, die weitere Antworten zum Thema aus erster Hand boten. Die Diskutanten waren sich einig, dass die Zukunft in der nachhaltigen Mobilität und dem energieeffizienten Bauen liege. Davon müsse jedoch die breite Öffentlichkeit überzeugt werden. Das Kostenbewusstsein werde hier der treibende Faktor sein. In den nächsten 40 Jahren sei es notwendig, eine Vielzahl von Heizungen und Außenfassaden zu sanieren. „An dieser Stelle wolle der Staat Anreize schaffen“, so Bomba. Modelprojekte sollen den Bürgern zeigen, was alles möglich sei. „Dies ist jedoch keine Aufforderung um ‚auf Teufel komm raus’ alles nur zu dämmen. Der Eigentümer soll selbst die Entscheidung haben, wann, was und wie er saniert“, erklärte der Staatssekretär.

Staatssekretär Rainer Bomba bei seinem Vortrag Foto: Wirtschaftsrat