11. September 2018
Präsident Werner M. Bahlsen und Generalsekretär Wolfgang Steiger fordern Entlastung der Unternehmen
Die Wirtschaftswoche veröffentlicht Auszüge der Briefe an Olaf Scholz und Peter Altmaier und befragt Mitgliedsunternehmer des Wirtschaftsrates zum Thema Unternehmenssteuerreform

Angesichts der massiv gesunkenen Steuersätze weltweit appellieren Präsident Werner M. Bahlsen und Generalsekretär Wolfgang Steiger in gleichlautenden Briefen an Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, endlich eine Unternehmenssteuerreform anzugehen. Die USA, Großbritannien, die Niederlande und auch Frankreich und Belgien senken die Steuern für Firmen massiv auf Sätze von höchstens 25 Prozent. Im Gegensatz dazu steigt in Deutschland trotz gleichbleibender Körperschaft- und Einkommensteuertarife durch die stetige Erhöhung der Gewerbesteuer-, der Grund- und Grunderwerbsteuerhebesätze die absolute steuerliche Belastung für die Wirtschaft auf Sätze jenseits der 30 Prozent, aber vor allem auch relativ im Verhältnis zu diesen Ländern. „Wenn wir jetzt nicht Pflöcke einschlagen und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit ins Zentrum rücken, steht zu befürchten, dass Investoren einen großen Bogen um Deutschland machen.“ Der Wirtschaftsrat übermittelte die Briefe nach Versand an die Minister exklusiv der Redaktion der Wirtschaftswoche, die dazu noch Stimmen namhafte Familienunternehmer im Wirtschaftsrat einholte.

Insbesondere Familienunternehmen, die als Personengesellschaft organisiert sind, leiden unter dem Maximalsteuersatz, der ihre Investitionsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. „Eine unternehmensfreundliche und standortsichernde Steuerpolitik hat es seit der großen Reform um die Jahrtausendwende nicht mehr gegeben“, sagt das Bettina Würth, Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe in Künzelsau, Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau und Präsidiumsmitglied des Wirtschaftsrates.

 

„Natürlich sind steuerliche Rahmenbedingungen ein Wettbewerbsfaktor. Deutschland darf hier keine wesentlichen schlechteren Bedingungen erzeugen als andere Länder oder Regionen“, betont Heinrich Baumann, Geschäftsführender Gesellschafter der Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG in Esslingen und Mitglied des Präsidiums des Wirtschaftsrates.

 

„Wir sind schon mit großen Teilen unserer Produktion im wettbewerbsfähigen Ausland und erzielen dort einen Großteil unserer Gewinne. Das ist bereits bei vielen der Fall“, Dr. Johannes F. Kirchhoff, Managing Partner der KIRCHHOFF Group in Iserlohn und Mitglied des Bundesvorstandes des Wirtschaftsrates.

 

„Als Brandenburger Unternehmer sage ich, dass die Abschaffung des Soli 29 Jahre nach dem Mauerfall ist überfällig ist. Zumal die Einnahmen längst nicht mehr dem Aufbau Ost zugutekommen. Der Soli ist für mich auch ein Symbol für die Unbeweglichkeit der Politik und für ihre Missachtung von Leistungsträgern. Außerdem schlägt der Soli, der für Einzelpersonen wie Kapitalgesellschaften gilt, bei Personenunternehmen besonders stark zu“, moniert Detlev Seeliger, Geschäftsführer Mapco Autotechnik in Borkheide, Brandenburg und Bundesvorstandsmitglied des Wirtschaftsrates.

 

„Es ist absurd, wenn europäische Nachbarn wie die Niederlande mit niedrigeren Steuerquoten die Hauptverwaltungen von Unternehmen anlocken und so unseren Industriestandort schwächen“, sagt Dr. Martin Iffert, Vorsitzender des Vorstandes der TRIMET Aluminium SE in Essen.

 

„Angesichts des massiv verschärften internationalen Steuerwettbewerbs sollte Deutschland nun Reformfähigkeit beweisen, um nachhaltig als Standort attraktiv zu bleiben und somit dauerhaft Wachstum und Beschäftigung zu sichern. Die Zeiten für Reformen des Steuerrechts sind günstig, da die Steuereinnahmen derzeit sprudeln“, fordert Ulf Gehrckens, Senior Vice President der Aurubis AG in Hamburg.

 

Lesen Sie den Artikel "Sauer auf die Chefin" in der Wirtschaftswoche vom 07. September 2018.

Lesen Sie die Statements der Mitglieds-Unternehmer des Wirtschaftsrates zum Thema Unternehmenssteuerreform in voller Länge auf Wirtschaftswoche online.

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