09. April 2018
Brückenbau zwischen Unternehmen in einer globalen Arbeitswelt
Peter Völkner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Plauen Stahl Technologie GmbH öffnete sein Unternehmen für unsere Mitglieder – Danny Szendrei, Geschäftsführer der IHK Chemnitz Regionalkammer Plauen, lieferte Einblicke in die Wirtschaftsregion Vogtland sowie in die Unterstützungsmöglichkeiten der IHK bezüglich von Auslandsgeschäften.
(Foto: Wirtschaftsrat)

Gemeinsam führten die Sektion Vogtland und die Landesfachkommission „Internationale Beziehungen“ eine erkenntnisreiche Veranstaltung inklusive eines Betriebsrundgangs im traditionsreichen Plauener Stahlunternehmen durch.

Peter Völkner führte in das Thema „Brückenbau“ ein, welches sowohl produktionsspezifisch (es werden u.a. Stahlkonstruktionen für große Brücken hergestellt) als auch ideell zu verstehen ist. Die Historie des 2003 neu gegründeten Plauener Stahlunternehmens reicht bis zum Gründungsjahr 1885 zurück, hat zwei Weltkriege sowie die DDR-Zeit überstanden und befindet sich heute zu 100% in Schweizer Eigentum. Die aktuell ca. 300 Mitarbeiter decken die Geschäftsbereiche Projektmanagement, Qualitätssicherung, Konstruktion, Fertigung, Logistik und Montage ab. Neben Stahlbrücken stellt das Unternehmen auch Stahlkonstruktionen für Industrieanlagen, für den Hochbau, für Schleusentore oder auch für Kräne her. Problematisch sei mittlerweile die Straßen- und Brücken-Infrastruktur in Deutschland, welche die vom Unternehmen zum Zielpunkt zu transportierenden Lasten vielerorts kaum mehr aushalten. Ferner existieren für Schwerlasttransporte in Deutschland länderspezifische Durchfahrgenehmigungen bzw. Doppelabnahmevorgaben, die oftmals das pünktliche Eintreffen der Bauteile beim Auftraggeber verhindern und das Unternehmen vor Lieferprobleme stellten, die es selbst nicht zu verantworten habe. Hier mahnt Peter Völkner schon seit langem einheitliche Verfahren sowie entsprechenden Bürokratieabbau an.

Danny Szendrei ging auf die Wirtschaftsstruktur des Vogtlandes ein und stellte heraus, dass es im Vogtland rund 13.000 IHK-Unternehmen gibt, die vorwiegend den Dienstleistungen bzw. dem Handel zuzuordnen sind. Bis auf einige Großunternehmen ist die Wirtschaft sehr kleinteilig. Russland sei der Haupthandelspartner für vogtländische Unternehmen, weshalb sich in der Region die Sanktionen produktspezifisch besonders auswirken. Die IHK versteht sich als ideellen Brückenbauer zwischen Unternehmen, vor allem wenn es um Außenwirtschaftsbeziehungen geht. Neben länderspezifischen Informationen, Zollpapieren, Auslandsmessen, Förderung von Auslandsgeschäften und Kontakten zu den Außenhandelskammern (AHKn) bietet die IHK viele Möglichkeiten für internationale Beziehungen, worin der Wirtschaftsrat mit seiner international ausgerichteten Landesfachkommission einige Anknüpfungspunkte findet. Ein Scout für Entwicklungszusammenarbeit (Brücke in risikoreiche Märkte) sowie das Enterprise Europe Network sind über die IHK erreichbare Plattformen, an die sich Unternehmen mit Außenwirtschaftsambitionen wenden können. Risiken sieht die IHK in der Region vor allem im Fachkräfteproblem – oft dauern Visa-Angelegenheiten für ausländische Fachleute viel zu lange, um den kurzfristigen Bedarf zu decken. Generell werfen der weitere Bevölkerungsrückgang, der negative Pendlersaldo in westdeutsche Nachbarländer, der Rückgang der Gewerbeflächen sowie die schlechte Zuganbindung des Vogtlands Fragen auf, die bereits heute beantwortet werden müssten.

Der Wirtschaftsrat macht sich dafür stark, bedankt sich insbesondere bei den Herren Völkner und Szendrei für die gelungene Abendveranstaltung in der Plauen Stahl Technologie GmbH.

(Foto: Wirtschaftsrat)