06. Mai 2014
Brachflächenentwicklung: Komplexe Wirtschaftsförderung der Zukunft
Vortrag von Cornelia Petzold-Schick, Oberbürgermeisterin der Stadt Bruchsal
Die Wirtschaftsregion Bruchsal im Dreieck zwischen Karlsruhe, Heidelberg und Stuttgart zeichnet sich durch eine sehr gute infrastrukturelle Ausstattung und sehr verkehrsgünstige Lage aus. Als Partner in der TechnologieRegion Karlsruhe liegt sie mitten in der zentraleuropäischen Entwicklungsachse. Das Problem, das die Stadt mit vielen anderen Kommunen teilt: Gewerbeflächen sind ein knappes Gut.
Sektionssprecher Johannes-Georg Voll führt durch die Veranstaltung (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Stadt Bruchsal entwickelt deshalb gegenwärtig unter dem Titel „Bahnstadt Bruchsal“ eine alte und mindergenutzte Güterbahnhofsfläche. Die Bahnstadt Bruchsal steht für Handel, Dienstleistung und Wohnen im Zentrum der Stadt. Das innerstädtische Entwicklungsprojekt gibt Antworten auf gesellschaftliche Megatrends wie den demografischen Wandel sowie die Re-Urbanisierung und zielt darauf, den gegenwärtigen Aufschwung des Mittelzentrums Bruchsal dauerhaft abzusichern. Mit diesem Innenentwicklungsprojekt – dessen Ziele mit den Vorgaben der Landespolitik übereinstimmen – können in zentraler innerstädtischer Lage und in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätze sowie Stadthäuser und Wohnungen entstehen.

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick bei ihrem Vortrag (Foto: Wirtschaftsrat)

Bei der Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete gewinnt die nachhaltige Nutzung von Brachflächen weiter an Bedeutung, denn Brachflächenentwicklung reduziert den Verbrauch unbebauter Landschaft. Eine qualitativ hochwertige und am lokalen Kontext orientierte Reaktivierung einer Brachfläche kann die Innenentwicklung der Stadt fördern, sagte Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick anlässlich der Veranstaltung in der Scheffelhöhe in Bruchsal. Die Wiedernutzung bestehender Gebäude und Infrastruktur kann ferner negative Umwelteinflüsse auf der Fläche und in der Nachbarschaft einschließlich menschlicher Gesundheitsrisiken reduzieren. Und zur Schaffung und Sicherung von Beschäftigung und wirtschaftlicher Entwicklung beitragen.

Mit ihrer Ansiedlungspolitik ist die Stadt Bruchsal recht erfolgreich, wie Sektionssprecher Johannes-Georg Voll betonte. Einige Mitgliedsfirmen seien hier ansässig und fühlten sich gut betreut. Und wie man der Zeitung entnehmen konnte, hat die Stadt jüngst ein weiteres namhaftes Unternehmen für sich gewonnen. Er warf auch die Frage auf, ob die Kommunen sich in den Wettbewerb einmischen sollten oder sich auf die Daseinsfürsorge beschränken sollten.

 

Cornelia Petzold-Schick ist eine ausgewiesene Kennerin der Kommunalpolitik: 1997 wurde sie Leiterin des Hauptamts der Stadt Bad Wildbad. Die gleiche Position hatte sie von 1999 bis 2005 bei der Stadt Rheinstetten inne. 2005 wurde die Parteilose zur Bürgermeisterin in Ettlingen gewählt. 2009 setzte sie sich bei der Oberbürgermeister-Wahl in Bruchsal im zweiten Wahlgang durch.