27. November 2016
Beispiele mit Vorbildwirkung
nti - Neue Thüringer Illustrierte
Für den CDU-Wirtschaftsrat macht eine Gebietsreform nur gemeinsam mit einer Verwaltungs- und Funktionalreform Sinn: Unternehmer fordern Zusammenlegung des Eichfelds, Nordhausens und des Kyffhäuser-Kreises in einem Nordthüringen.

„Eine Gebietsreform ohne Reform der Verwaltungsstrukturen lehnen wir als Interessenvertreter der regionalen Unternehmer und Unternehmen ganz klar ab. Positive, insbesondere Kosten einsparende Effekte werden nämlich erst dadurch zu erzielen sein", stellt Roland Handrek, Sprecher der Sektion Nordthüringen im CDU-Wirtschaftsrat Deutschland, im Ergebnis der jüngsten Sitzung des Sektionsvorstandes klar. So seien die Chancen einer sinnvollen Gebiets- und Strukturreform jetzt gegeben. Das Ziel müsse lauten: Bildung zukunftsfähiger Gebietskörperschaften und Schaffung von wirtschaftlich starken Landkreisen. Deshalb dürfe eine Strukturreform nicht nur diskutiert werden, sondern sei ernsthaft und ohne Zeitverzug umzusetzen. Thüringen, ein Land mit zwei Millionen Einwohnern, könne und sollte sich nicht länger eine dreistufige Verwaltungsstruktur leisten. Wirtschaft und Bevölkerung benötigten kurze Verwaltungswege und damit schnelle Entscheidungen.

Dazu gehöre allerdings auch, daß sich die kommunalen Entscheidungsträger endlich von „alten Zöpfen" trennen: Wozu würden die Stadt und der Landkreis Nordhausen eine getrennte Wirtschaftsförderung betreiben? Eine Frage, die von den Unternehmern schon seit über zehn Jahren gestellt werde. Schließlich sei die Wirtschaft Nordthüringens bereits, auch verkehrstechnisch begünstigt durch die Verbindung durch die A 38, wesentlich weiter als die Landespolitik. „Die Sektionen Eichsfeld, Nordhausen und Kyffhäuser-Kreis des Wirtschaftsrates fusionierten vor inzwischen drei Jahren Ende 2013 zur Sektion Nordthüringen im Landesverband Thüringen, der NUV-Nordhäuser Unternehmerverband, mit Mitgliedern überwiegend aus den Regionen Nordhausen, Eichsfeld und Kyffhäuser, wurde zum Nordthüringer Unternehmerverband. Nordhausen und das Eichsfeld haben eine gemeinsame Handwerkskammer", zählt Handrek nur einige Beispiele mit Vorbildwirkung auf. Diese Reihe ließe sich fortzusetzen mit der gemeinsamen Arbeitsagentur bis hin zu sportlichen und kulturellen Verbindungen.

Daher formulierte Handrek die Forderung als knappe Formel in Richtung Landespolitik und Kommunen: „Ja zu Gebiets-, Struktur- und Verwaltungsreform als Einheit! Und Ja für ein Nordthüringen als wirtschaftlich starke und tragfähige Struktur, zusammengelegt aus Eichsfeld, Nordhausen und Kyffhäuser!“

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