18. Mai 2011
Bauwens-Adenauer: „Das Rheinland hat ein gemeinsames Herz!“
Formal betrachtet gebe es derzeit gemäß der Definition der Ministerkonferenz für Raumordnung elf Metropolregionen in Deutschland. Von diesen sei die Rhein-Ruhr-Metropolregion mit 11,6 Millionen Einwohnern die größte. Im Gegensatz zu anderen wie etwa der Rhein-Main-Region werde diese aufgrund ihrer enormen Heterogenität jedoch nicht gelebt. Stattdessen habe sich eine Metropole Ruhr herauskristallisiert. Ebenso finde sich das Rheinland in der 1995 offiziell beschlossenen Rhein-Ruhr-Metropolregion nicht wieder.

„Mit 6,7 Millionen Einwohnern ist das Rheinland nicht nur größer als das Ruhrgebiet, hat mit zwei internationalen Flughäfen die bessere Verkehrsinfrastruktur und beheimatet die beiden wichtigen Messeplätze in Nordrhein-Westfalen, sondern weist auch mit 2,25 Millionen Beschäftigten die höhere Wirtschaftskraft auf. Das Rheinland ist sogar die stärkste Wirtschaftsregion innerhalb der gesamten Bundesrepublik“, betonte Paul Bauwens-Adenauer, Landesvorsitzender des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsrates der CDU e.V. und Präsident der Industrie- und Handelskammern (IHK) zu Köln, zu Beginn seiner Ausführungen bei der gestrigen Mittagstischveranstaltung des Kölner Wirtschaftsrates.

Wirtschaft denke nicht in kommunalen Grenzen, sondern in Wirtschaftsräumen. Im europäischen und weltweiten Kontext gehe es nicht länger um den Wettbewerb einzelner Städte. Vielmehr konkurrierten komplexe Stadt- und Metropolregionen um Unternehmen, Investitionen, Arbeitsplätze und Einwohner. Es sei notwendig, die Kräfte der regionalen Akteure zu bündeln und gemeinsam als eine starke Wirtschaftsregion aufzutreten, um gegenüber anderen europäischen Mitbewerbern konkurrenzfähig zu bleiben. Daher hätten die fünf rheinischen IHKs vor fast zwei Jahren die Institutionalisierung der sogenannten Metropolregion Rheinland initiiert.

Selbstverständlich solle die Metropolregion Rheinland auch die Städte Düsseldorf und Aachen einschließen. Als „Lokomotiven“ sollten Köln und Düsseldorf die Entwicklung beschleunigen und fördern. „Das Rheinland hat ein gemeinsames Herz! Eine solche Metropolregion wäre kein Kunstgebilde, sondern verfügte über eine große innere Identität! Sie bräuchte den „Wettbewerb der Regionen“ nicht zu scheuen. Unabhängig von der wirtschaftlichen Kraft böte allein die Bildungs- und Wissenschaftslandschaft ein enormes Zukunftspotential“, unterstrich Bauwens-Adenauer.

Das Rheinland besitze als Wirtschaftsraum erster Klasse hervorragende Voraussetzungen, müsse sich aber deutlicher im nationalen und vor allem internationalen Wettbewerb aufstellen. „Nur als Metropolregion können wir im Standortwettbewerb bestehen. Wir dürfen allerdings nicht die vorhandene polyzentrische Grundstruktur aufgeben, sondern müssen die Identität der einzelnen Städte im Rheinland bewahren“, unterstrich der IHK-Präsident abschließend.



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