29. Juni 2016
Banken, Börse, Brexit - viel Rede- und Handlungsbedarf
Der Arbeitskreis Banken und Börse der Landesfachkommission „Finanzen“ des Wirtschaftsrates Hessen organisierte auf Einladung der Mazars GmbH eine Frühstücksveranstaltung in der Commerzbank AG. Gregor Pottmeyer, CFO der Deutschen Börse AG, sprach hier über die aktuelle Lage seines Unternehmens, vor allem vor dem Hintergrund der anstehenden Fusion mit der Londoner Stock Exchange und des Brexit.
Gregor Pottmeyer (Foto: Wirtschaftsrat)

Frank Lankau, Mitglied der Geschäftsleitung der Commerzbank AG, stellte gleich zu Beginn klar, dass es sich bei dem Vortrag um ein Thema handle, „wie es momentan nicht spannender sein könnte“. Auch Gregor Pottmeyer, CFO der Deutschen Börse AG, nahm das Votum der Briten zum Einstieg seines Vortrages: „Der Brexit hat für uns eine enorme Bedeutung.“ Der Experte wies darauf hin, dass die Deutsche Börse, mit ihren rund 5000 Mitarbeitern und 2,7 Milliarden Euro Umsatzerlösen pro Jahr, vor rund 10 Jahren noch die Nummer eins nach Marktkapitalisierung war. Allerdings sei die Konkurrenz aus den USA und dem asiatischen Raum mittlerweile sehr groß. „Größe ist für unser Geschäft der entscheidende Faktor.“ 

 

Daher hatte sich die Deutsche Börse nach einem geeigneten Partner umgesehen, der die Geschäftsfelder der Börse optimal ergänzt. Nun steht ein Zusammenschluss mit der Londoner Stock Exchange im Raum. Das Unternehmen sieht darin deutliche Vorteile: Die Fusion bedeute, dass es künftig einen global konkurrenzfähigen Kapitalmarktinfrastrukturanbieter aus Europa geben würde. Die Stärken der Deutschen Börse, transparente Prozesse, optimales Risikomanagement und vor allem ihr Angebot im Bereich der Nachhandelsdienstleistungen, würden stärker zum Tragen kommen. An der regulatorischen Aufsicht und den in Deutschland von der Börse gezahlten Steuern, würde sich nichts ändern. Ebenfalls seien die Arbeitsplätze nachhaltig gesichert. 

 

Das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union habe man mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Die Logik des Zusammenschlusses bestehe jedoch weiter, weshalb beide Börsenorganisationen unvermindert an dem Merger festhalten. Nun warte man auf das Ende der Annahmefrist des Angebots an die eigenen Aktionäre. Pottmeyer weiter zu den möglichen Vorteilen für Frankfurt nach dem Votum Großbritanniens: „Diese können sich zwar zum Teil ergeben, aber es gibt für die Banken in London auch zahlreiche andere Optionen.“ Auf die Frage hin, ob man mit der endgültigen Fusionierung nicht abwarten könne, bis sich eine klare Entscheidung hinsichtlich Großbritanniens Zukunft abzeichne, wies der Experte auf die bestehende Angebotsunterlage für die Aktionäre und rechtlich bindende Vereinbarungen hin. Skepsis aus dem Publikum über den Zusammenschluss mit der Londoner Börse konnte Pottmeyer eindämmen: „Wir werden weiterhin am Ruder bleiben!“ 

Foto: Wirtschaftsrat
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