03. Dezember 2015
Asyl, Migration, Mittelstand
Welche Chancen bietet die Zuwanderung für mittelständische Unternehmen?
Zur Erörterung der Möglichkeiten der Beschäftigung von Personen in den unterschiedlichen Verfahrensstufen des Asylverfahrens waren zahlreiche Unternehmer der Einladung von Rechtsanwalt Claus Ludwig Meyer-Wyk, Vorsitzender der Landesfachkommission Recht/ Mittelstand gefolgt.
v.l.n.r.: Dr. Hanns-Christian John, Vorsitzender des Verbandes sächsischer Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter - VSVR; Claus Ludwig Meyer-Wyk, Vorsitzender der LFK Recht/Mittelstand; Andreas Finke, Geschäftsführer Operativ und stellv. Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dresden; Prof. Dr. Clauß Dietz, Geschäftsführer der DPFA Akademiegruppe GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Verbandes Sächsischer Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter und Richter am Verwaltungsgericht Dresden, Dr. Hanns-Christian John, sowie Andreas Finke, Geschäftsführer Operativ und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dresden und dem Geschäftsführer der DPFA Akademiegruppe GmbH, Prof. Dr. Clauß Dietz, wurde das Thema erörtert.


Zunächst beleuchtete Dr. John verfahrensrechtlich vom § 16 des Grundgesetzes über das Schengen-Abkommen bis zum Asylrecht auf Ebene des Freistaates das System von der grenznahen Ersterfassung bis zum Abschluss des Verfahrens, bevor Andreas Finke die momentanen Möglichkeiten und Hemmnisse in der Agentur für Arbeit darstellte. (Präsentation für Mitglieder zur Ansicht). Alle Anwesenden stimmten Prof. Dr. Dietz zu, dass Integration nur mit Erlernen der deutschen Sprache realisierbar ist und dies daher unverzüglich nach der Ankunft in Deutschland beginnen sollte. Hilfreich ist ferner diesseitig die interkulturelle Kompetenz auszubauen, um Integration mit besserem Verständnis zielgerichteter begleiten zu können, um so Arbeitskraftpotenziale ggfs. perspektivisch zu entwickeln.


"Wir müssen die momentan unbefriedigende Situation auch durch konkrete Verbesserungen in den bürokratischen Abläufen bewältigen“, so der Vorsitzende der Landesfachkommission, Claus Ludwig Meyer-Wyk. „Ganz offensichtlich ist unser hergebrachtes Verwaltungssystem überfordert, wenn vom Eintreffen an der deutschen Grenze bis zur Stellung des Asylantrages regelmäßig mehr als acht Monate vergehen. Es bietet sich gerade jetzt die Chance, effizienter zu werden. Behörden von Bund, Ländern und Gemeinden sind unzureichend untereinander digital vernetzt. Dies muss sich kurzfristig ändern. Der enorme Zuwachs an Anträgen kann nicht allein durch mehr Personal bewältigt werden. Um die Registrierungs- und Asylverfahren für die große Zahl von Menschen deutlich zu vereinfachen und effizienter zu gestalten, sie zügig unterzubringen sowie schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren, müssen deshalb auch lange überfällige und überflüssige bürokratische Hürden fallen. Dazu gehört unter anderem auch die Vorrangprüfung.“

(Foto: Wirtschaftsrat)