17. November 2015
Arbeit und Industrie 4.0 - Chance für Baden-Württemberg
Rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer waren zum Thema Industrie 4.0 zu Gast bei der Mayr-Melnhof GmbH in Gernsbach. Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung und eines Impulsvortrags durch Sylvia M. Felder, Mitglied im Gemeinderat der Stadt Gernsbach, diskutierten die Anwesenden die Chancen für mittelständische Unternehmen.
Betriebsbesichtigung mit Hans-Joachim Stahl (Foto: WR)

Mayr-Melnhof besteht seit 1841 am Standort Gernsbach und beschäftigt sich seit 1951 mit der Herstellung von Karton. Das Unternehmen produziert Recyclingkartonqualitäten für jede Anwendung im Food und Non-Food-Bereich. Der mehrstufige Produktionsprozess vom Rohstoff bis zum Endprodukt ist komplex. Geschäftsführer Hans-Joachim Stahl betonte so auch die Chancen, die Industrie 4.0 für das Unternehmen bietet: „Produktionsprozesse multiperspektivisch betrachten zu können, Produktionsdaten in neuen Dimensionen auswerten zu können und die Fertigung so weiter zu optimieren, sichert die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland“.

Unternehmer im Dialog (Foto: WR)

Dennoch, das wurde im Vortrag von Sylvia Felder deutlich, steckt Deutschland im Bereich Industrie 4.0 noch in den Kinderschuhen und kommt nur langsam voran. Besonders in den Bereichen Finanzen, Verbrauchsgüter, Einzelhandel, Transport und Logistik stehe Deutschland noch ganz am Anfang, so Felder, der das Thema als CDU-Landtagskandidatin besonders am Herzen liegt. „Es ist ein Umdenken notwendig“ resümierte sie mit Blick auf neue Geschäftsmodelle: „Uber, das größte Taxiunternehmen der Welt hat kein einziges Auto, Facebook, der größte Medienbesitzer keinen eigenen Inhalt, Alibaba, das größte Kaufhaus hat selbst keine Ware zu verkaufen und Air b’n’b der größte Anbieter für Übernachtungen besitzt kein eigenes Haus“.

Wichtig sei die interdisziplinäre Herangehensweise an das Thema Industrie 4.0. „Industrie 4.0 ist mehr als die reine Verarbeitung von Daten“ und weiter „Industrie 4.0 gestaltet digitale Lebensweisen in der Gesellschaft.“ Dafür sei es unabdingbar, dass Bildung, Forschung, Wissenschaft, Kultur und Medien Hand in Hand gehen. „Nur wenn alle diese Faktoren zusammen kommen, können wir die zahlreichen Chancen, die Industrie 4.0 besonders im wirtschaftsstarken Baden-Württemberg bietet, auch vollumfänglich nutzen.“