25. Oktober 2017
Angespannte Lage am Immobilienstandort Wiesbaden
Der Wohnraum in der hessischen Landeshauptstadt wird immer knapper. Was sind die Gründe und wie kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden? Hans-Martin Kessler, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Rathausfraktion und designierter Baudezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, äußerte sich am Abend in den Räumlichkeiten von Heske Volz & Cie. Immobilien zu diesen Fragen. Gesellschafterin Andrea Volz erläuterte abschließend, wie sich die Lage auf das alltägliche Geschäft ihres Immobilienunternehmens auswirkt.
Der designierte Baudezernent Hans-Martin Kessler sprach in Wiesbaden über die Maßnahmen in der Baupolitik der Landeshauptstadt (Foto: Wirtschaftsrat)

In den letzten drei Jahren sind die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in Wiesbaden um mehr als 50 Prozent gestiegen, Tendenz steigend. Wiesbaden ist ein attraktiver und gut aufgestellter Standort. Doch es fehlt an Flächenoptionen für Wohnraum, deklarierte Hans-Martin Kessler: „In den vergangenen Jahren wurden zwar zahlreiche Wohneinheiten geschaffen, jedoch kaum bezahlbar für den Mittelstand.“ Das Potenzial an Bebauungsflächen würde wegen Streitigkeiten über Bebauungspläne oder den Denkmalschutz nicht ausgeschöpft werden. Bauvorhaben bedingen bis zu zehn Jahre lange Planungsvorlaufzeiten, wie das Projekt in Wiesbaden Ostfeld/Kalkofen zeige. 

 

Externe Effekte wie der Brexit werden den Druck weiter erhöhen. Die Nachfrage wird parallel zum abnehmenden Angebot weiter steigen. Kessler hat sich für seine Amtszeit daher folgende Ziele gesetzt: Neue Wohnflächen auftun, Strukturen neu anpassen sowie einen Imagewandel der Verwaltung. Die Stadt Wiesbaden steht mit einer für potenzielle Investoren unattraktiven Behördenverwaltung dar. Daher strebt Kessler die „Reformierung der Behördenverwaltung zu einer serviceorientierten Verwaltung“ an. Dieses Reformvorhaben fand Zustimmung im Plenum. 

Andrea Volz sprach über die u.a. Immobilienentwicklung in Wiesbaden (Foto: Wirtschaftsrat)

Andrea Volz, geschäftsführende Gesellschafterin von Heske Volz & Cie. Immobilien, beklagt die Entwicklungen: „Die zahlreichen Objektanfragen können zurzeit nur sehr bedingt bedient werden.“ Das aktuell niedrige Zinsniveau führe dazu, dass Eigentum stark nachgefragt wird, Eigentümer wiederum zeigen wenig Bereitschaft zum Verkauf ihrer Immobilie oder veranschlagen zu hohe Preise, weil der Markt kaum Angebote für eine Nachfolgeimmobilie hergibt. Fazit des Abends: Um bezahlbaren Wohnraum auch für den Mittelstand generieren zu können, müssen Flächen in Wiesbaden effizient ausgeschöpft und investorenfreundlichere Strukturen geschaffen werden. 

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
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