09. Februar 2018
Alleine kann´s keiner
Francois Villeroy de Galhau beim Wirtschaftsrat der CDU im Saarland
Deutschland und Frankreich müssen zusammenhalten, um die Zukunft Europas zu sichern. Diese Auffassung hat Francois Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France, beim traditionellen „Kaminabend“ des Wirtschaftsrates der CDU im Saarland im Mettlacher Schloss Saareck vertreten.
v.l.n.r.: Wolfgang Holzhauer, Landesvorsitzener; Francois Villeroy de Galhau, Gouverneur de la Banque de France und Wendelin von Boch, Mitglied des Präsidiums (Foto: Wirtschaftsrat)

Villeroy, der das französische Pendant zu Bundesbankpräsident Jens Weidmann ist, sieht gute Erfolgsaussichten für die zukünftige Kooperation zwischen Paris und Berlin, zumal es aus seiner Sicht keine Alternative für ein gemeinsames Agieren der beiden größten europäischen Volkswirtschaften gebe. Keiner der beiden Partner sei allein stark genug, um Europa zu führen.
Frankreich setzt laut Villeroy darauf, dass in Berlin eine starke deutsche Regierung gebildet werden könne, nachdem Paris mit dem Machtwechsel zu Präsident Macron wieder politisch Fuß gefasst habe und auch zu starken europäischen Initiativen auf der Grundlage der wiedererstarkten französischen Wirtschaft bereit sei.


Frankreich habe, seitdem der neue Präsident in der Verantwortung steht, bereits beträchtliche Fortschritte bei den binnenwirtschaftlichen Reformen erzielt, unterstrich Villeroy. So liege das Staatsdefizit derzeit bereits unter drei Prozent, die Arbeitslosigkeit habe sich in Frankreich auf  unter neun Prozent  vermindert - die Jugendarbeitslosigkeit wolle man nach deutschem Muster bekämpfen - und das Wirtschaftswachstum für das Jahr 2017 strebe auf zwei Prozent zu. Entscheidend sei indes, dass das Vertrauen in die französische Politik auch international zurückgekehrt sei. „Deutschland und Europa haben in Frankreich wieder einen verlässlichen Partner!“, so der Gouverneur der Banque de France.


Francois Villeroy de Galhau, in Wallerfangen an der Saar aufgewachsen und Cousin des ehemaligen V & B-Chefs Wendelin von Boch, bekannte sich vor dem Wirtschaftsrat zur europäischen Solidarität; er ist aber kein Anhänger einer Transferunion, in der ein Mitgliedsstaat für den anderen finanziell aufkommt. Auch von Eurobonds hält er nichts. In diesen wichtigen Punkten stimmen offenbar die deutschen und die französischen Positionen  überein.
Die Veranstaltung stand unter der Leitung von Wolfgang Holzhauer, dem Vorsitzenden des Wirtschaftsrates im Saarland. Er fasste das Thema mit den Worten zusammen: „Deutschland und Frankreich brauchen sich gegenseitig!“