08. Juli 2010
LFK Umwelt- und Energiepolitik:
„Alle Formen der Energiegewinnung sind kurz- oder langfristig wichtig“
Die Landesfachkommission Umwelt- und Energiepolitik begrüßte am 8. Juli rund 40 Gäste in den Räumen der Villa Bonn zum Thema „Zentral oder Dezentral - Fahrplan für die künftige Energieversorgung“.

Ziel der Veranstaltung war es, Lösungen zu finden, wie man Energie effizienter produziert und verwendet. Vier Referenten haben einen Vortrag gehalten und die Gästen anschließend eingeladen mit zu diskutieren. 

Dr. Heinrich-Herrmann Schulte, Generalbevollmächtigter der Firma Bosch Thermotechnik GmbH, erläuterte die Strukturen der Veranstaltungsreihe rund um das Thema „Energie“. In seinem Vortrag erklärte er die Gefahren der Energieabhängigkeit unserer Gesellschaft, in der Engpässe in der Energieversorgung und zudem Klimaprobleme drohen. „Es ist wichtig, dass wir hier sinnvolle und wirksame Lösungen finden“, so Schulte. Er betonte, dass die „vernünftige Mitte“ wohl zwischen einer zentralen und einer dezentralen Versorgung liegt. „Diesbezüglich müssen wir einen Konsens finden, da es bei Investitionen in diesen Bereichen um enorme Summen geht.“ 

Kurt-Dieter Grill, ehemaliges Mitglied des Bundestages und früherer Vorsitzender der Enquête Kommission „Nachhaltige Energieversorgung“ hat in seinem Vortrag erläutert, dass die Bundespolitik mit dem Thema Energieversorgung und Energiesicherheit derzeit „nicht vorankomme“. Es sei falsch, künftig nur auf eine Form der Energiegewinnung zu setzen. Vielmehr seien alle Formen der Energiegewinnung kurz- oder langfristig wichtig, um eine effiziente Gesellschaft zu erhalten. Zuletzt merkte er an, dass sich die Einstellung der deutschen Gesellschaft zum Thema Technik grundlegend ändern müsse: „So manche Form der Technik wird zu schnell verworfen, damit schneiden wir uns einige Möglichkeiten für deren Weiterentwicklung ab.“

Prof. Dr.-Ing. Rainer Hirschberg von der Fachhochschule Aachen hat sich auf das Thema Gebäudeeffizienz spezialisiert und erläuterte die Wichtigkeit dieses Bereichs. Er erklärt, dass 41 Prozent des Energieverbrauches in Gebäuden stattfindet, weshalb man sich um größere Effizienz in Gebäuden bemühen müsse. Er meint, dass der Fokus in der Vergangenheit zu lange auf der „Effizienz bei der Energiegewinnung“ lag. „Sowohl die Regierung als auch die Wissenschaft haben bei ihren Entscheidungen und Untersuchungen zu wenig auf die Gebäudeeffizienz geachtet.“

Einigkeit unter den Zuhörern und der Referenten herrschte dahingehend, dass der zuständige Energieminister die Themenbereiche noch stärke anpacken müsse. „Auch die Öffentlichkeit sollte hier stärker sensibilisiert und aufgeklärt werden“, sagte Martin Weiss, Kommissionssprecher für Umwelt- und Energiepolitik. Daher wolle er die Veranstaltungsreihe auch künftig fortsetzen und so für relevante Themen in der Energie- und Umweltproblematik Lösungen finden.