14. September 2011
Aktuelle Themen der Hamburger Schulpolitik
PAUSENGESPRÄCH mit Senator Ties Rabe
„Was wäre eigentlich zu tun für den Hamburger Schulsenator, wenn er sich nicht um die Bezahlung von Honorarkräften oder um die Kontroverse um Schreibschrift und Grundschrift kümmern müsste?“ Diese ironische Frage stellte Senator Ties Rabe, neuer Präses der Behörde für Schule und Berufsbildung, an den Anfang seiner Betrachtungen zur aktuellen Schulpolitik beim zehnten PAUSENGESPRÄCH des Landesverbandes im Hotel Baseler-Hof.
Senator Ties Rabe (Foto: Wirtschaftsrat)

Rabe bezog sich damit auf die öffentliche Diskussion um die Beschäftigung von freiberuflichen Mitarbeitern im Vertretungs- und Nachhilfeunterricht. Auch über die Ablösung der Schreibschrift durch die Grundschrift war kurz zuvor intensiv dabatiert worden.

 

Wie die Ergebnisse der PISA-Studie zeigen, haben Hamburger Schüler ein besonderes Problem: 25 Prozent von ihnen genügen nicht den Anforderungen, die die Schule an sie stellt. Schon bei der Sprachstandserhebung der Viereinhalbjährigen zeigen sich erhebliche Defizite. Diese Entwicklung setzt sich fort mit dem Resultat, dass 27 Prozent der 15-jährigen im Lesen und Rechnen auf dem Niveau der Viertklässler sind. Um in Hamburg zu besseren Ergebnissen zu kommen, sieht der Senator in fünf Bereichen besonderen Handlungsbedarf:

 

  1. Einrichtung von zusätzlichen Ganztagsschulen
  2. Inklusion
  3. Stärkung der Stadtteilschulen
  4. Bessere Vernetzung beim Übergang von Schule zum Beruf
  5. Verbesserung des Unterrichts

 

Klar bekannte sich Rabe zum Schulfrieden, das heißt: Es wird künftig in Hamburg Grundschulen, Gymnasien und Stadtteilschulen geben. Diese Struktur werde nicht verändert.