07. November 2011
Aktuelle Entwicklungen in der Ortenau
„Stahl aus Kehl“ Werksführung in den Badischen Stahlwerken GmbH anschließend Vortrag von Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises und Vorsitzender des Kreistages
Kehl. „Bezahlbare und gesicherte Energieversorgung ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Gerade im Hinblick auf die bereits beschlossene Energiewende bedürfen wir umso mehr der Versorgungssicherheit für unsere Produktion im Werk“, so Geschäftsführer Ralph Ridder bei der Vorstellung des Unternehmens.

Markus Arendt, Sprecher der Sektion Ortenau, war erstaunt über den Energieverbrauch der BSW von über 1,2 Terrawatt und stellt die Frage „Wie stellt sich die neue grün-rote Landesregierung die Energieversorgung der lokalen Wirtschaft und der energieintensiven Unternehmen vor?“ Arendt weiter: „Mit fünf neuen Windkrafträdern im Schwarzwald lässt sich kein Stahlofen betreiben. Und die Atomstromimporte aus Frankreich werden immer abstruser.“

 

Die Badische Stahlwerke GmbH (BSW) ist eines der leistungsfähigsten Elektrostahlwerke der Welt und produziert Betonstahl und Walzdraht für ganz Europa. Neben ständigen Verbesserungen in der Stahlherstellung ist das Bewusstsein für Umweltschutz und Arbeitssicherheit ein wichtiger Bestandteil der Kultur der BSW GmbH. Die Unternehmerinnen und Unternehmern der Sektion Ortenau bekamen vertiefte Einblicke hinter die Kulissen der Fertigung im Stahlwerk.

 

Die Produktionsabläufe bei den BSW sind selbst für langjährige Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue ein aufregendes Erlebnis. Auf engstem Raum, zwischen Rhein und Kinzig, durchläuft der Schrott den Weg zum fertigen Stahl mit Höchstgeschwindigkeit. Markus Arendt stellt fest: „Vom Schrott zum Stahl braucht es nur 4 Stunden und für die Energiegewinnung brauchen wir Jahre.“

 

Im Anschluss wurde mit Landrat Frank Scherer über die aktuellen Entwicklungen in der Ortenau diskutiert: Fragestellungen über die Aufstellung der Region und ihre weitere Entwicklung wurden intensiv beleuchtet. „Der „Dienstleistungskonzern Ortenaukreis ist gut aufgestellt.“ so Scherer. Der Ausbau der BAB A5 und des ICE-Anschlusses von Offenburg spielten dabei ebenso eine Rolle, wie die weitere Entwicklung im Tourismusbereich, als auch der Gesundheitsversorgung. Weitere Themen einer angeregten Diskussion waren der derzeitige Ausbau der Rheintalbahn, über die hiesige Infrastruktur und die derzeitigen politischen Entwicklungen auf Kreis und Landesebene und nutzen die Gelegenheit der anschließenden Diskussion.

 

„Wir sind in der Sektion Ortenau fest verwurzelt und werden auch künftig ein wichtiger Impulsgeber und Ansprechpartner in der Region sein!“ schloss Markus Arendt ab „Die Besichtigung hat die Sensibilität dem Produkt Stahl gegenüber stark geschärft. Auch der Wirtschaftsrat tritt für eine gute Infrastruktur, faire Wettbewerbsbedingungen und eine gesicherte Energieversorgung der Unternehmen und lokalen Wirtschaft ein“.