24. September 2019
Terminalbesichtigung im Hause der Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH
Aktuelle Entwicklungen bei der Lübecker Hafen-Gesellschaft unter Berücksichtigung des Ausbaues des Elbe-Lübeck-Kanals
Prof. Dr. Sebastian Jürgens, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft empfängt Sektion Lübeck
Geschäftsführer Prof. Dr. Sebastian Jürgens erläuterte beim Wirtschaftsrat der CDU e.V. in Lübeck die Perspektiven der Lübecker Hafengesellschaft mbH mit Blick auf den geplanten Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals. Strategisch habe er die Hafengesellschaft in den letzten Jahren zu einem Bündelungspunkt entwickelt, der in Richtung Süden stark und erfolgreich auf die Schiene setze.
Informationen aus erster Hand: Prof. Dr. Sebastian Jürgens (stehend) vor der Sektion Lübeck / Foto: Wirtschaftsrat

Im Norden drohe mit einer Fertigstellung der festen Fehmarnbeltquerung eine Verlagerung der skandinavischen Verkehre vom Schiff zum LKW, was nicht nur für den Hafen negativ, sondern auch wenig umweltfreundlich sei. Um diese Verkehre wenigstens teilweise aufzunehmen, benötige der Hafen auch im Norden eine Schienenanbindung. Richtung Süden bestünden mit der Beseitigung des Flaschenhalses Bad Kleinen bereits gute Perspektiven.


Ein ausgebauter Elbe-Lübeck-Kanal ergänze die Umschlagsmöglichkeiten des Lübecker Hafens durch Verschiffung über das europäische Binnenwasserstraßennetz. Dabei, so Jürgens, gehe es um eine Verlagerung von Schwer- und Massengutverkehren von der Straße auf das Binnenschiff. „Das ist mit Abstand die umweltfreundlichste Variante. Für uns als dem sechsgrößten RoRo-Hafen in Europa bietet das neue Geschäftsfelder.

 

Beim Elbe-Lübeck-Kanal geht es um die Verschiffung von Getreide, Düngemittel, Baustoffen, Pellets, Schrott, aber auch von Containern und Projektgeschäft. Ein ausgebauter Elbe-Lübeck-Kanal ist nicht nur für den Hafenstandort Lübeck, sondern auch für die Lübecker Hafen-gesellschaft eindeutig positiv.“ Voraussetzung dafür sei eine Schiffbarkeit für Großmotorschiffe, die seit langen schon das halb so große Europaschiff als Standard abgelöst hätte. Erforderlich sei dafür ein Tiefgang von 2,80 m, eine Nutzlänge der Schleusen von 115 m und eine Brücken-höhe von wenigstens 5,25 Meter bzw. sechs Meter, um dreilagige Containertransporte zu er-möglichen. Welche Ausbauvariante die beste sei, dazu könne er als Hafenchef nichts sagen. „Allerdings“, so Jürgens, „hat das Ausbauvorhaben vor dem Hintergrund der laufenden Klimadiskussion doch deutlich an Bedeutung gewonnen.“ Insofern erscheine eine möglichst zügige Umsetzung besonders wünschenswert./BZ