08. November 2017
Mittagsveranstaltung der Sektion Herzogtum Lauenburg im Seehotel Schwanenhof
NEW 4.0 - Norddeutsche Energiewende
Die Sektion Herzogtum Lauenburg hat den Geschäftsführer der ARGE Netz GmbH & Co. KG, Dr. Martin Grundmann, nach Mölln eingeladen, um sich über das norddeutsche Bundesforschungs-projekt NEW 4.0 zu informieren und zu prüfen, was der Landkreis dazu beitragen kann.
Dr. Martin Grundmann (li.) und Rudolph Freiherr von Schröder (Sprecher der Sektion Herzogtum Lauenburg)/Foto: Wirtschaftsrat

Dr. Grundmann stellt einleitend fest, daß das Ziel eine sichere, kostengünstige und umwelt-verträgliche Energieversorgung der Region bis zum Jahr 2035 sei. Das bedeute nicht nur 100 Prozent des Stroms, sondern auch 50 Prozent der Wärme und der Mobilität aus erneuerbaren Energien zu erzeugen und dadurch den CO2-Ausstoß um 70 bis 80 Prozent zu senken. Dafür müßten Erzeugung und Last besser miteinander synchronisiert oder durch Speicher gepuffert werden.


Das sei auch im Wege der Sektorenkopplung zu erreichen, wenn Strom beispielsweise als Wärme gespeichert oder in Wasserstoff umgewandelt und dann später in Bewegungsenergie erneut umgewandelt oder in das Erdgasnetz eingespeist werden würde.

Dafür sei zunächst die Technik zu entwickeln, was das Bundesforschungsprojekt NEW 4.0 mit seinen sechzig Partnern in über hundert Einzelprojekten anstrebe. Dabei würden erstmals eigenständig agierende Verbundsysteme miteinander verbunden, um die für die Netzstabilität erforderlichen Systemdienstleistungen für die Übertragungs- und die Verteilnetzebene zu erbringen.

 

Die Aggregation von virtuellen Kraftwerken erfordere eine digitalisierte Echtzeitkommunikation zwischen allen Einheiten, wozu Verbundsysteme übergeordnet auf einem regionalen Marktplatz handeln sollen. Wenn die technische Machbarkeit erwiesen sei, bedürfe es anschließend eines fundamentalen Wechsels des Anreizsystems in Form eines neuen Börsenpreis-Marktdesigns.

Dr. Grundmann sieht darin auch große Chancen für die Region, denn die Wertschöpfung des Stromhandels könne dann in der Nähe der Erzeugung stattfinden./Holger Hartwig