Bau und Immobilien

Mietpreisbremse, Wohnungsknappheit in den Großstädten, demographischer Wandel und klimaneutraler Gebäudebestand sind nur einige Reizworte, die derzeit die Diskussion um die Immobilienwirtschaft bestimmen. Nicht immer wird dabei die Markt- und Faktenorientierung von den Akteuren gewahrt. Weiterführende und branchenübergreifende Themen, wie die Digitalisierung sowie der drohende Fachkräftemangel bringen zusätzliche Komplexität. Dies ist für den Landesverband Sachsen Grund genug, sich diesen Themen in einer eigenen Landesfachkommission Bau und Immobilien zu widmen, um mit klar marktorientierter Haltung die Sichtweise der sächsischen Bau- und Immobilienunternehmen an die politischen Akteure zu vermitteln.

In der Bau- und Immobilienwirtschaft nehmen die Komplexität der dringend notwendigen Reformen sowie der Einfluss europäischer Vorgaben so schnell zu, wie in keinem anderen Wirtschaftszweig. Zudem steigt in Sachsen bis zum Jahr 2030 der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamteinwohnerzahl auf bis zu 31 Prozent. Die Finanzierung der altersgerechten Anpassung des Wohnungsbestandes sowie die Bekämpfung des noch immer in weiten Teilen Sachsens bestehenden Wohnungsleerstandes müssen vor diesem Hintergrund dringend in den kommenden Jahren gelöst werden.

 

Dafür braucht es mit der Bauwirtschaft einen leistungsfähigen Partner. Im sächsischen Baugewerbe erwirtschaften deutlich über 7.600 Betriebe (Bauhaupt- und Ausbaugewerbe) mit ca. 160.000 Erwerbstätigen Jahr für Jahr eine Bruttowertschöpfung von 6 bis 7 Milliarden Euro (2015: 7,1 Milliarden Euro). Das entsprach zuletzt 7,0 Prozent an der Bruttowertschöpfung unseres Freistaates.

 

Um diesen erfolgreichen Weg fortsetzen zu können, benötigt die sächsische Bauwirtschaft leistungsfähige Fachkräfte. Zudem sind Rahmenbedingungen zu schaffen, um die regionale Bauwirtschaft und deren Innovationsfähigkeit zu fördern.

 

Die Landesfachkommission sieht es daher als ihre Aufgabe:

  • Widersprüche zwischen Wirtschaftlichkeits- und Energieeffizienzforderungen aufzuzeigen,
  • auf den anstehenden demographischen Wandel sowie die daraus resultierenden Aufgaben hinzuweisen
  • und ein zukunfts- und innovationsorientieres Umfeld zu schaffen,


um Sachsen als einen der attraktivsten Wohn- und Arbeitsstandorte in Deutschland zu etablieren.

Kernforderungen sind:

 

  • Demographie managen: Sachsen braucht ein tragfähiges Konzept, wie der demographische Wandel in allen Teilen des Freistaates mit seinen unterschiedlichen Gegebenheiten bewältigt werden kann. Dieses Konzept muss die Förderung barrierarmen Wohnraums genauso in den Blick nehmen wie die zukunftsorientierte lebenswerte Gestaltung der Städte und Dörfer, um sie für den Zuzug junger Menschen und Familien attraktiv zu machen.
  • Stadtumbau zielgerichtet fortsetzen: Um lokale Wohnungsmärkte - mit noch immer hohen Leerständen - wieder ins Gleichgewicht zu bringen und lebendige Städte zu erhalten, ist ein gezielter, bedarfsgerechter Rück- und Umbau des Wohungsbestandes notwendig, bei dem private Investoren konsequenter einbezogen werden müssen. Rückbauförderung darf dabei bedarfsgerechten modernen Neubau nicht blockieren.
  • Maß halten bei energetischen Gebäudesanierungen - Innovation fördern: Notwendig ist ein Sanierungsfahrplan, der bereits Geleistetes anerkennt und ein Klima für freiwillige und technologieoffene Optimierung anstelle staatlichen Zwangs schafft. Pilotprojekte zur Erforschung und Erprobung neuer Gebäude- und Quartiersenergiekonzepte müssen gefördert werden. Zugleich muss das Wirtschaftlichkeitsgebot bei allen Maßnahmen zwingend eingehalten werden.
  • Fachkräfte halten und fördern: Die Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft müssen bei der Frachkräftesuche unterstützt werden. Gleichzeitig soll die Innovationskraft dieser meist mittelständischen Unternehmen durch die Schaffung von Forschungs-netzwerken gestärkt werden.
Wirtschaftsrat Deutschland: Die Stimme der Sozialen Marktwirtschaft
Vorsitz
Denis Keil
Vorstand
Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG
"Attraktive Wohnstandorte in ganz Sachsen zu gestalten, muss ein wesentlicher Erfolgsfaktor sächsischer Wirtschaftspolitik sein. So können regionale Investitionen gestärkt und ein anziehendes Lebensumfeld für die dringend benötigten Fachkräfte geschaffen werden."
Kontakt
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesgeschäftsstelle Nicolaistraße 28, 6. Etage 01307 Dresden
Telefon: 0351 / 8 02 63 30 Telefax: 0351 / 8 02 63 35

lv-sachsen@wirtschaftsrat.de

 

Die Landesfachkommission im Überblick