23. August 2017
Reform der Erbschaftsteuer
Neue Herausforderungen bei der Unternehmensnachfolge
Christian Freiherr von Stetten MdB, Vorsitzender des Parlamentkreises Mittelstand in der CDU/CSU-Fraktion, gab in einer Mittagsrunde Einblick in die komplexen Entwicklungen der Erbschaftssteuer: Gut zwanzig Unternehmer kamen ins Karlsruher Schlosshotel, um über die Belange der Familienunternehmen zu diskutieren.
Impuls von Ingo Wellenreuther MdB (Foto: WR)

Nach einer kurzen Einleitung des Sektionssprechers Johannes Georg Voll betonte der Karlsruher Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther ausdrücklich, wie wichtig die Unterstützung der Unternehmer für die CDU sei. Noch ein paar Fragen, dann ging es ans Eingemachte: Als Sprecher für Mittelstandspolitik der CDU im Bundestag konnte von Stetten die anwesenden Unternehmer in Sachen Erbschaftssteuer bestens informieren.

Christian Freiherr von Stetten MdB bei seinem Vortrag (Foto: WR)

Die neue Gesetzgebung bezüglich der Erbschaftssteuer, rückwirkend zum 01.07.2016 in Kraft getreten, sei ursprünglich als „minimalinvasiv“ angekündigt worden, habe sich jedoch als durchaus kompliziert entpuppt, insbesondere für Familienunternehmen, sagte von Stetten.

Sowohl bei Schenkungen, als auch im Erbfall bestünden viele Fallstricke. Eine steuergünstige Übertragung von Unternehmen sei nach wie vor möglich, müsse jedoch planvoll und mit entsprechender Zeit angegangen werden. Auch wenn eine Übertragung aktuell nicht anstehe oder geplant sei, sei in vielen Fällen geboten, aus rein präventiven Gründen für den nicht geplanten Unglücksfall vorzusorgen,  der ansonsten teuer zu stehen käme.

Johannes-Georg Voll bedankt sich herzlich (Foto: WR)

Die Veranstaltung richtete sich vor allem an Familienunternehmer, jedoch waren die Aussagen für alle von Relevanz: es müsse klar gemacht werden welchen Einfluss solche Reformen auf die sonst so wichtige Familienunternehmenskultur, die vor allem in Baden-Württemberg stark sei, haben könnte. Zu hohe Erbschaftssteuern, die sonst nur für einen geringen Teil der Bevölkerung anfielen, müsse man auch als Gefährdung für eine optimale Unternehmensnachfolge sehen. Dabei fördere eine gelungene Nachfolge eine starke Wirtschaftskultur: die Krise 2007/2008 konnte von Baden-Württemberg nur so gut überstanden werden, weil Familienunternehmen das vertraute Personal nicht umgehend entließen. Als die Krise ausgestanden war, konnte sich die heimische Wirtschaft entscheidend durchsetzen dank des Rückgrats, das die altbewährten Familienunternehmen boten, schloss von Stetten.