01. März 2017
Wirtschaftstag der Innovationen 2017
Der Wirtschaftstag der Innovationen stand unter dem Motto „Wertschöpfung im digitalen Zeitalter“. Prominente Gäste wie der Chef des Bundeskanzleramtes, Peter Altmaier MdB, der EU-Kommissar für Haushalt und Finanzen, Günther H. Oettinger sowie Jens Spahn MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, und Unternehmensvertreter diskutierten über die digitale Transformation und ihre Auswirkungen auf neue Geschäftsmodelle.
v.l.: Günther H. Oettinger, EU-Kommissar für Haushalt und Personal; Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU e.V.

Wertschöpfung im digitalen Zeitalter

 

Der Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben im Bundeskanzleramt, Peter Altmaier MdB, ging auf die Voraussetzungen für den Ausbau digitaler Infrastrukturen ein. „Wir wollen eine flächendeckende Breitbandverfügbarkeit, sei es per Kabel oder Mobilfunk. Wir glauben, dass diese Infrastruktur ein erster wichtiger Schritt ist, um die Gigabit-Gesellschaft zu erreichen.“ Diesem schloss sich Victoria Espinel, Präsidentin und CEO der BSA – The Software Alliance, an. Nur so können die heutigen Datenströme global transferiert werden. Damit datenintensive IoT-Anwendungen und das autonome Fahren überhaupt Realität werden können, bedarf es zudem offener Märkte und einer internationalen Harmonisierung des Rechtsrahmens.

 

Verbesserung von ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für Start-ups

 

Am zweiten Tag lag der Fokus auf Start-ups und welcher Voraussetzungen sie bedürfen, um ihre Geschäftsmodelle zu skalieren. Jens Spahn MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, räumte ein, dass Start-ups immer noch Probleme mit der Wagniskapitalfinanzierung haben. Vorschläge aus der Runde zur Verbesserung der Situation reichten von einer zeitlich begrenzten Befreiung von der Einkommenssteuer bis zur Empfehlung, dass der Mittelstand mehr in Start-ups investieren sollte.

 

Energie, Gesundheit, Industrie und Breitbandausbau smart in die Digitalisierung führen

 

Auf den Panels „Mit Highspeed statt Schneckentempo“; „Industrie im digitalen Wandel“; „Gesünder durch Informationstechnologie?“  und „Smarte Energie – Innovationstreiber der Energiewende?“ diskutierten am Nachmittag Experten in der Tiefe über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf einzelne Branchen.

 

Ergänzend wurden alle Panels von Start-ups unterstützt, die im Rahmen der Diskussionsrunden ihre Geschäftsmodelle vorstellten. Mit den Pitches präsentierten die Junggründer innovative und smarte Geschäftsmodelle, die eines alle gemeinsam hatten: Gründergeist und ein Gespür für die Chancen der Digitalisierung.

 

 

 

 

 

Cybersicherheit und eine europäische Digitalstrategie zur Chefsache machen

 

Günther H. Oettinger, EU-Kommissar für Haushalt und Personal, bekräftigte vor die enorme Bedeutung einer gemeinsamen europäischen Stärkung der Innovationskraft. Wenn man die digitale Überlegenheit von Giganten wie Google, Apple, Facebook, Amazon oder Microsoft erreichen möchte, dann kann dies nur mit einer europäischen Kraftanstrengung gelingen. „Wir müssen alles tun, dass wir durch eine kluge Strategie, durch die Europäisierung digitaler Politik, durch die Schaffung eines digitalen Binnenmarktes, durch die Vision einer Digitalunion, die Wettbewerbsfähigkeit herstellen.“

 

Eugene Kaspersky, Gründer und CEO Kaspersky Lab, unterstrich: „Je fortschrittlicher die Wirtschaft (…), desto mehr basiert sie auf verschiedenen IT-Systemen, die anfällig für Cyberattacken sind.“ Relevante Branchen wie die Energieversorgung, das Verkehrswesen oder die Telekommunikationsbranche sind einer besonderen Weise durch Cyberangriffe bedroht. Sie – genau wie alle Unternehmen - zu schützen kann nur durch ein Maßnahmenpaket gelingen: Verbesserte internationale Kooperationen, der Ausbau von Schutztechnologien und die Ausbildung von IT-Sicherheitsfachkräften.

 

In seinen Abschlussworten betonte Wolfgang Steiger, dass der Wirtschaftsrat keine Sorgen hat, dass große Unternehmen bei der Digitalisierung in der Spitzenliga mitspielen. Vielmehr treibt den Wirtschaftsrat um, dass der Mittelstand die Relevanz der Digitalisierung noch nicht erkannt hat. Die Digitalisierung muss zur Chefsache sowohl bei den großen als auch mittleren Unternehmen werden.

Companisto beim Pitchen
Eugene Kaspersky, Gründer und CEO Kaspersky Lab, über den Schutz vor Hackerangriffen