06. Juli 2016
Junger Wirtschaftsrat zu Gast im Hause Hinrich Kiel GmbH & Co. KG
Im Wettbewerb mit den Großen
Im Rahmen einer vertieften Auseinandersetzung mit den Technologieführern in der Digitalisierung hatte der Junge Wirtschaftsrat die Hinrich Kiel GmbH & Co. KG in Bordesholm besucht, wo Andreas Kiel zusammen mit seinem Cousin Thomas Kiel interessante Einblicke in den Wettbewerb der Marktplätze im Konzert mit Amazon & Co. vermittelten.
Der Junge Wirtschaftsrat zu Gast im Hause Hinrich Kiel / Foto: Wirtschaftsrat

Das über 100 Jahre alte Familienunternehmen bestehe inzwischen aus einem Fachgeschäft und einem Baumarkt und hat vor drei Jahren noch einmal drei Millionen Euro in Ladenflächen im Zentrum von Bordesholm investiert. Dort würden offline 30.000 Artikel angeboten, kombiniert mit einem Sortiment von etwa 1.000 Ar tikeln, die in hoher Stückzahl online verkauft werden. „Die Ware ist dabei das A&O“, stellt Andreas Kiel fest. Von den ca. 350 relevanten online-Marktplätzen seien Ebay und Amazon trotz hoher Gebühren klar dominierend, wobei jüngst mit der  Preisvergleichsseite idealo ein neuer interessanter Anbieter aus Berlin am Markt auftrete.

 

Im Gegensatz zu Ebay, wo nur Verkäufer bewertet werden würden, biete Amazon eine hochentwickelte Warenbewertung. Dafür verfolge das Unternehmen ein recht radikales System, dem man sich unterwerfen müsse, wenn man die Reichweite nutzen wolle. So würden für den paneuropäischen Markt derzeit zentrale Läger in Polen und Tschechien aufgebaut, was allerdings im Hinblick auf die Umsatzsteuer aufwendige Berechnungen zur Folge haben könne. Interessant sei es, bei Amazon eigene Produkte zu vermarkten.

 

Sein Unternehmen lasse selbst in China produzieren. Ein Einkauf von Fremdprodukten beeinhalte das Risiko, daß der Erstimporteur jederzeit gewerblichen Wettbewerbsschutz reklamiere könne, was Unterlassung und Entschädigung zur Folge habe. Allerdings würden zunehmend auch chinesische Direktvermarkter bei Amazon auftreten, die unter Umgehung der hohen deutschen Auflagen im Hinblick auf Rücknahmepflichten eine zunehmend unangenehme Konkurrenz darstellten.

 

In der anschließenden Diskussion erkundigten sich mehrere Jungunternehmer mit eigenen Produkten nach bestmöglichen Vertriebs- und Abwicklungsmöglichkeiten im Netz. Zudem wurde vorgeschlagen, bei der Herstellung von Eigenprodukten anstelle von chinesischen Anbietern die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen in den heimischen Werkstätten zu prüfen. So konnten am Ende vielleicht nicht nur die Schar des Jungen Wirtschaftsrates, sondern auch die beiden gastgebenden Unternehmer wertvolle Anregungen mitnehmen. /bz