11. Mai 2015
Wirtschaftsrat mahnt drohende Schieflage bei Energiewende an
Landesfachkommission Energiepolitik informiert sich bei der Bundesnetzagentur
Prof. Dr. Jürgen Hake (Foto: Wirtschaftsrat)


Informationen aus erster Hand zur Energiewende erhielt die Landesfachkommission Energiepolitik des Wirtschaftsrates der CDU e.V. bei einem Besuch der Bundesnetzagentur in Bonn von Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, und Achim Zerres, Leiter der Abteilung Energieregulierung. Homann sagte, dass die Behörde wie kaum eine andere Institution in Deutschland für den Ausbau der Infrastruktur stehe. Im Energiesektor reguliere sie den Ausbaubedarf im Hochspannungsnetz und sorge mit Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Umsetzung des Netzausbaus.


Prof. Dr. Jürgen Hake, Vorsitzender der Landesfachkommission, mahnte einen beschleunigten Stromnetzausbau an: „Ohne einen schnellen Netzausbau gerate die Energiewende in eine Schieflage.“ Zwar komme der Ausbau erneuerbarer Energien gut voran, allerdings müsse dieser mit dem Netzausbau synchronisiert werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass Strom aus erneuerbaren Energien auch effektiv genutzt und der Stromtransport für den Kunden bezahlbar bleibe.


Auf die Frage, ob die Energiewende am Netzausbau scheitere, antwortete Zerres mit einem klaren Nein. Der Netzausbau sei neben der Sicherstellung der Versorgungssicherheit, der Preiswürdigkeit und der Effizienzsteigerung nur ein Teilaspekt für eine positive Umsetzung der Energiewende. „Die Energiewende scheitert nicht am Netzausbau.“ Der Netzausbau gerate aufgrund eines nicht ausreichenden gesellschaftlichen Konsenses über die Folgen und die Ausgestaltung der Energiewende ins Stocken, so Zerres. Als Beispiel hierfür führte er Bürgerproteste gegen Hochspannungstrassen und das umstrittene Thema Kohleverstromung an. Die Umsetzung der Energiewende und der Ausbau des Stromnetzes könnten nur gelingen, wenn sie durch einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens getragen würden. Deshalb suche die Behörde über die Frage der Notwendigkeit des Leitungsausbaus den Dialog mit der Öffentlichkeit und stehe in regelmäßigem Kontakt zu zahlreichen Bürgerinitiativen.