29. April 2015
Rück- und Ausblick zur wirtschaftlichen Lage Dresdens und der Region
Gesprächsrunde mit Dirk Hilbert, Beigeordneter für Wirtschaft und Erster Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden
Auf Einladung des Sektionsvorstandes Dresden berichtete Bürgermeister Hilbert den Mitgliedern der Sektion Dresden über die wirtschaftliche Entwicklung Dresdens.
v.l.n.r.: Dr. Steffen Tobisch, Sprecher der Sektion Dresden; Dirk Hilbert, Erster Bürgermeister und Beigeordneter der Landeshauptstadt Dresden (Foto: Wirtschaftsrat)

Seit der Jahrtausendwende steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten jährlich kontinuierlich an. Mit 243.000 in 2014 erreicht Dresden damit einen Faktor von 0,45 in Bezug auf die Einwohnerzahl. Dies ist für eine Stadt der Größe Dresdens ein guter Wert, der auch bei dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum auf bis zu 600.000 Einwohnern beibehalten werden soll. Größe und Dynamik der unterschiedlichen in der Landeshauptstadt beheimateten Branchen wurden analysiert. Dresden ist dabei im Branchenmix breit aufgestellt: So entfallen ca. 13 % der Beschäftigungsverhältnisse auf das verarbeitende Gewerbe mit jährlichen Wachstumsraten von über 2 %. Gleichzeitig hat sich seit der Jahrtausendwende die Arbeitslosenquote von 16 % auf nunmehr rd. 8 % nahezu halbiert. Tendenziell geht man hier auf die Vollbeschäftigung zu. Dies wird für Unternehmen in absehbarer Zukunft neue Herausforderungen in Bezug auf die Gewinnung von Fachkräften mit sich bringen.


Mit Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen der Landeshauptstadt sind auch diese seit der Jahrtausendwende kontinuierlich steigend. Insbesondere im Mittelständischen Bereich ist hier ein jährliches Wachstum zu verzeichnen, dass die Schwankungen der Dresdener TOP 10 Betriebe nur bedingt ausgleichen können.


Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Dresdens ist insbesondere die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen von besonderer Bedeutung. Hier gilt es für den Bedarfsfall von Erweiterungen beziehungsweise Neuansiedlungen jederzeit entsprechende Flächen vorzuhalten. Dabei muss beachtet werden, dass die Entwicklung dieser Flächen einen zeitlichen Vorlauf von 2-3 Jahren benötigt. Bei einer jährlichen Vermarktung von in den letzten Jahren jeweils rd. 30.000 qm reichen die derzeit vorgehaltenen Flächen von 170.000 qm momentan. Diese sind jedoch für eine Großansiedlung nicht geeignet.


Den Ausführungen des Ersten Bürgermeisters schloss sich eine angeregte Diskussion an, die beim anschließenden get-together fortgesetzt wurde.


„Resümierend bleibt nach dem Abend festzuhalten“, so Dr. Steffen Tobisch, Sprecher der Sektion Dresden, „dass einer der wesentlichen Wachstumsmotoren der Stadt Dresden die Wissenschaftseinrichtungen der Landeshauptstadt sind und seitens der Stadt in der Vergangenheit verstärkt Augenmerk darauf gelegt wurde, dass Gewerbeansiedlungen in der Nähe dieser Einrichtungen geplant wurden, um den Transfer in die klein- und mittelständige Wirtschaft und damit sächsische Wertschöpfung zu ermöglichen. Insofern ist es wichtig, dass  auch zukünftig die Entwicklung entsprechender Vorhalteflächen erfolgt. Die Tatsache, dass der Doppelhaushalt 2015/16 hier keine investiven Mittel vorsieht, muss daher eine Ausnahme bleiben.“

(Foto: Wirtschaftsrat)