08. Oktober 2014
Das Wirtschaftssystem Estland
Der estnische Honorarkonsul Dr. Till Assmann spricht vor dem Wirtschaftsrat
Freunde und Mitglieder des Wirtschaftsrates diskutierten mit dem estnischen Honorarkonsul Dr. Till Assmann in Bremen und Niedersachsen über die Vor- und Nachteile des Wirtschaftssystems in Estland. Schwerpunkt: Bürokratieabbau durch klugen Einsatz von neuen Technologien.
Foto: Wirtschaftsrat

Der Wirtschaftsrat richtete in den Räumlichkeiten der Behrenberg-Bank in Bremen ein Wirtschaftspolitisches Frühstück aus. Im ehemaligen Beluga-Gebäude begrüßte die Landesvorsitzende Imke Goller-Wilberg die zahlreich erschienen Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates: „Ich freue mich über das Interesse an Herrn Honorarkonsul Dr. Assmann, den ich als esthnischen Honorarkonsul für Bremen und Niedersachsen an dieser Stelle ganz herzlich willkommen heiße.“ In diesem Zuge berichtete die Landesvorsitzende von persönlichen Erlebnissen, wie der modernen Lebenswelt in dem baltischen Staat und dem zukunftsweisenden Umgang mit der W-LAN-Technologie.

Schnell kam Dr. Assmann, der in Deutschland und Estland studiert und die Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hautnah in dem baltischen Staat erlebt hat, auch auf andere Themen zu sprechen: „Die Esten hatten 1991 nur eine Chance. Aber diese Chance haben sie genutzt. Mit weitreichenden Privatisierungen und einer ordnungspolitischen Rahmengebung ist es Estland gelungen seine Wirtschaft nach Westen auszurichten und gleichzeitig zu modernisieren. Mit der Bindung der estnischen Krone an die Deutsche Mark hat Estland damals einen schwierigen, aber einen zukunftsweisenden Weg eingeschlagen.“

Weiter führte der Honorarkonsul aus, dass Estland Vorbild für kleine und große europäische Staaten sein könne. Mit einer Staatsverschuldung von nur sieben Prozent habe der kleine Staat, welcher gerade mal so groß ist wie Niedersachsen, eine einzigartige Haushaltskonsolidierung vollführt. Hieran könnten sich die kleinen, zum Teil hochverschuldeten Staaten Europas ein Beispiel nehmen. „Durch den Einsatz moderner IT-Infrastruktur für nahezu alle Verwaltungsbereiche spart Estland darüber hinaus sieben Arbeitstage pro Jahr ein. Dies könnte ein Vorbild für die gesamte Europäische Union sein“, führte Dr. Assmann mit einem Blick auf Deutschland aus.
 
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird sich der Bremer Landesverband des Wirtschaftsrates der CDU e.V. dafür einsetzen, den Dialog mit Estland auch in der Hansestadt zu verstärken.