06. Februar 2013
Die finanzpolitische Lage in Europa auf den Punkt gebracht"
Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, spricht auf dem Businesslunch des Wirtschaftsrates
Beim gut besuchten Businesslunch in der Havanna Lounge sprach Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, über die aktuelle finanzpolitische Lage in der Europäischen Union und ging auf die aktuellen Wirtschaftsdaten aus Deutschland, Europa und der Welt ein.
Foto: Wirtschaftsrat

Im Zuge der Implementierung des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM und der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität EFSF wurde deutlich, dass die Spekulationen gegen die Reformländer, losgelöst von der Anerkennung der dort zu verzeichneten Reformerfolge, dazu geführt haben, dass kein realwirtschaftliches Kapital in die Reformländer geflossen ist und damit die Rezession in diesen Ländern gefestigt wurde.

 

Trotzdem ist der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, gegenüber der Eurozone sehr zuversichtlich. Im Gegensatz zu den USA und Großbritannien mit einer Neuverschuldung von jeweils 8,5 Prozent und Japan mit 9,9 Prozent, ist Europa mit weniger als drei Prozent geradezu ein Paradepferd. Ebenfalls ist Europa Vorreiter in der  Reformpolitik. Die Lohnstückkosten sind in den Reformländern drastisch gefallen, allen voran in Griechenland und Irland. Bis auf Griechenland werden alle südeuropäischen Länder in der Waren- und Dienstleistungsbranche Überschüsse erzielen.

 

Für die Weltkonjunkturlage werden die Wachstumskräfte für 2013 deutlich unterschätzt werden, so Hellmeyer. Die Deutsche Bundesbank hat eine Wachstumsprognose für Deutschland von 0,4 Prozent abgegeben. Hellmeyer hingegen prognostiziert ein Wirtschaftswachstum von mindestens 1,5 Prozent. Er begründet das mit den Investitionen im hochspezialisierten Industriesegment und der stärkeren Lagerbestückung bei einem Anstieg der Konjunktur.